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John Cage Award Halberstadt wird wieder zum Mekka der zeitgenössischen Musik

24 Spitzenkünstler, die sehr verschiedene Instrumente meisterlich beherrschen, kämpfen im September um den inzwischen weltweit renommierten „John Cage Award“, der in Halberstadt vergeben wird. Wer diesmal dabei ist.

Von Ute Schalz-Laurenze 30.08.2025, 14:15
Das Cage-Haus in Halberstads Burchardikloster. Hier sitzt auch die Cage Academy, die Workshops anbietet. Die Teilnehmer am Wettbewerb um einen besonderen Preis für zeitgenössische Musik proben hier.
Das Cage-Haus in Halberstads Burchardikloster. Hier sitzt auch die Cage Academy, die Workshops anbietet. Die Teilnehmer am Wettbewerb um einen besonderen Preis für zeitgenössische Musik proben hier. Foto: Sabine Scholz

Halberstadt. - Anfang September rückt Halberstadt erneut ins Zentrum der Aktivitäten und Festivals der zeitgenössischen Musik. Grund ist das Cage-Projekt. Doch kein Klangwechsel lockt.

Zum elften Mal findet der mit 10 000 Euro dotierte Wettbewerb für die Interpretation zeitgenössischer Musik statt: er gilt für alle Instrumente.

Viele erfolgreiche Karrieren sind vom Halberstädter Cage-Award beflügelt worden

Viele Musiker und Musikerinnen konnten ihre Preise in Halberstadt bereits zum Ausgangspunkt ihrer weiteren Karriere machen: So die argentinische Sopranistin Johanna Vargas, die heute erster Sopran bei den Stuttgarter Vokalsolisten ist. Oder die deutsche Klarinettistin Magdalena Faust als stellvertretende Soloklarinettistin im Orchester des Hessischen Rundfunks. Oder der Geiger Johannes Haase: Mitglied der Deutschen Kammerphilharmonie und Primgeiger des neuen, erfolgreichen PULSE Streichquartette.

Auch die ungarische Organistin Dóra Pétery, die in Budapest das „Kammerensemble Cantilene“ gründete, gehört in diesen Kreis. Die japanische Organistin Sachiko Messtorff war einige Jahre Kirchenmusikerin in Berlin und ist nun in St. Peter Ording tätig. Der französische Flötist Gregory Chalier, der chinesische Cellist Yiyang Zhao, der spanische Akkordeonist Ander Telleria und die französische Sängerin Madeleine Marin, um nur einge Beispiele zu nennen, zählen zu den Spitzenkräften der zeitgenössischen Musik und sind Gäste bei den großen internationalen Festivals.

23 Bewerbungen um den John Cage Award 2025

Die Veranstalter des diesjährigen John Cage Awards erwarten 23 auswählte Bewerbungen aus Griechenland, Russland, Korea, USA, Frankreich, Italien, Polen, Japan, Spanien, Aserbaidschan und der Schweiz mit den Instrumenten Klavier, Gesang, Violine, Viola, Cello, Akkordeon, Saxophon, Flöte. Alle Teilnehmenden lassen Jury und Zuhörer ihre Leidenschaft für ihre Instrumente als „Rufer lebenserhaltender Kräfte“, wie es Curt Sachs formulierte, erleben und nehmen die Zuhörer mit auf die Reise zu einer Musik, die, wenn es um Uraufführungen geht, noch nie jemand gehört hat.

Auch Jury ist wieder international. In diesem Jahr ist unter anderem der französische Percussionist Le Quan Ninh dabei und die deutsche Sopranistin Sarah Maria Sun. Auch die an der Indiana University ausgebildete US-amerikanische Hornistin Christine Chapman und der deutsche Komponist Christoph Ogiermann sitzen in der Jury.

Komponist Christoph Ogiermann und Sopranistin Sarah Maria Sun vor einem Konzert in der Klaussynagoge.
Komponist Christoph Ogiermann und Sopranistin Sarah Maria Sun vor einem Konzert in der Klaussynagoge.
Archivfoto: Sabine Scholz

Öffentlicher Wettbewerb und Abschlusskonzert mit Preisverleihung

Der Wettbewerb wird öffentlich ausgetragen und startet am Freitag, 5. September. In der ersten Runde bieten die Solisten und kleinen Kammerensembles von 10 bis 18 Uhr im Cage-Haus zwei selbstgewählte Stücke, die alle nach 1950, davon eines nach 2000 komponiert worden sein müssen. Zusammen darf der Vortrag nicht länger als zwölf Minuten dauern.

In Runde zwei am 6. September werden jeweils drei selbstgewählte, zeitgenössische Werke präsentiert, die 15-Minuten-Konzerte finden ebenfalls zwischen 10 und 18 Uhr im Cage-Haus statt.

Die Endrunde mit Preisverleihung am Sonntag, 7. September, ist dann im Ratssaal Halberstadts zu erleben, Beginn ist um 18 Uhr. Alle drei Tage bilden ein großes Geburtstagskonzert. Schließlich wird am 5. September John Cages 113. Geburtstag begangen.