Klötze l Im Dornröschenschlaf lag viele Jahre lang der Gaus‘sche Park an der Bahnhofstraße in Klötze. Bäume, Sträucher und anderes Grünzeug breiteten sich ungehindert aus. Das soll sich ändern: Das Gelände soll wachgeküsst werden, so das Ziel des neuen Eigentümers Thomas Ochmann. In Zusammenarbeit mit der Stadt Klötze soll ein schmucker Park für die Einwohner entstehen.

Das Projekt, das vor gut zwei Monaten erstmals vorgestellt wurde, hat scheinbar für überregionales Interesse gesorgt. Die Idee aus dem kleinen Klötze hat sich bis ins ferne Leipzig herumgesprochen, wo man beim MDR-Fernsehen darauf aufmerksam geworden ist. Nun schaute ein Team des Senders in Klötze vorbei und drehte für das Nachmittagsmagazin „MDR um 4“ einen Beitrag über den Park.

Es gab mal bessere Tage

Interessant sei an der Geschichte, so sagte MDR-Redakteurin Inna Buckup vor Ort, dass sich ein Privatmensch nach mehr als 25 Jahren entschlossen habe, das Areal wachzuküssen. Auf einer Seite profitiere die Stadt Klötze davon, auf der anderen beteilige sie sich auch an dem Projekt. Leid, Risiko und Freude würden also geteilt. Zudem handele es sich bei dem Park um „ein Stückchen Klötze, mit dem viele etwas verbinden“, wusste Buckup, die in Leipzig für die Redaktion MDR Nachmittag arbeitet. In der Altmark sei sie übrigens öfters unterwegs. „Ich finde die Menschen hier sehr liebenswert.“

Für den Beitrag hatte Buckup, die mit einem Kamera- und einem Tonmann angereist war, mehrere Gesprächspartner vor die Kamera geholt. Neben dem Eigentümer waren auch Klötzes Stadtoberhaupt Uwe Bartels, Bau- und Ordnungsamtsleiter Ulf Dittfach sowie der frühere Bürgermeister Ulrich Koppe in den Park gekommen. „Wir wollen aber auch die Klötzer fragen, was sie davon halten“, kündigte Buckup eine Umfrage in der Innenstadt an.

Haus als privates Projekt

An die besseren Tage des Parks, der nach dem früheren Eigentümer Hans Gaus benannt wurde, erinnerte sich Ulrich Koppe bei einem Gespräch am Rande. Schon einmal, Anfang 1975, wurde das Gelände von der Stadt für die Bevölkerung als Park hergerichtet, wusste Koppe. Der Wildwuchs sei beseitigt und ein Spielplatz aufgebaut worden. Gekauft hatte die Stadt das Areal aber nicht. Vor dem Verkauf an Thomas Ochmann sei es im Besitz einer Erbengemeinschaft gewesen. Langsam wolle man jetzt mit der Umsetzung des Park-Projektes beginnen, so Ochman, der auch in Zukunft Eigentümer bleiben wird. Vorgestellt werden müssten die Pläne noch im Stadtrat, Ausschreibungen seien nötig.

In der „Findungsphase“ sei Ochmann aktuell bei der Frage, wie die Zukunft des großen Hauses am Park aussieht, das er ebenfalls gekauft hat. Erste Vorstellungen habe er bereits. So könnte im Untergeschoss ein Café eröffnet werden. Konkret sei das aber noch nicht, sondern nur eine Idee, wie er betonte. Im Obergeschoss könnten Wohnungen oder Zimmer für Touristen vermietet werden. Die Umsetzung sei ein großer Schritt, im Blick haben müsse er auch immer seine Verantwortung für die Familie, so der Klötzer. Das Haus sei sein privates Projekt. Schön wäre es, so hieß es bei dem Vor-Ort-Termin, wenn der Park zum Martinimarkt 2019 fertig sein könnte. Bis der Beitrag bei „MDR um 4“ läuft, dauert es nicht so lange. Geplanter Ausstrahlungstermin sei Dienstag, 15. Mai, teilte Inna Buckup mit.