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Familienleben in Sachsen-AnhaltFreizeittipp: Theater Magdeburg zeigt Schneewittchen im Ballett

„Schneewittchen“ steht auf dem Spielplan im Opernhaus des Theaters Magdeburg. Es handelt sich um ein Ballett von Jörg Mannes. Es sind zwölf Vorstellungen geplant.

Von Martin Rieß 27.09.2023, 03:30
Das Theater Magdeburg feiert am Sonnabend die Premiere der Ballett-Inszenierung „Schneewittchen“ von Jörg Mannes.
Das Theater Magdeburg feiert am Sonnabend die Premiere der Ballett-Inszenierung „Schneewittchen“ von Jörg Mannes. Foto: Ida Zenna/TM

Magdeburg - Das neu entwickelte Ballett „Schneewittchen“ hat am Sonnabend in Magdeburg Premiere. Die Vorstellungen bis in den Januar hinein finden im Opernhaus statt. Zu sehen ist eine Choreographie in zwei Akten von Jörg Mannes mit Musik von Giovanni Sollima, Elena Kats-Chernin und Michael Nyman.

Dieser Text ist Teil der großen Serie: FamilienLeben in Sachsen-Anhalt.
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In der Geschichte geht es nicht nur um ein Märchen, sondern auch um Schönheitsideale, Glauben an Zauberspiegel, die wahre Natur der sieben Zwerge und die Frage, ob immer ein Prinz am Ende wartet. Die Ballett-Compagnie des Theaters Magdeburg nimmt das Publikum mit auf eine fantastische Reise, in der Träume wahr werden können. Die Bühne von Florian Parbs, Kostüme von Louise Flanagan, Video von Philipp Contag-Lada und Dramaturgie von Ulrike Schröder.

Was uns Schneewittchen heute sagen kann

Choreograph und Ballettdirektor Jörg Mannes ist voller Freude über die neue Arbeit. Denn mit „Schneewittchen“ wird am Theater Magdeburg wieder ein Format aufgenommen, für das es in der vergangenen Spielzeit keine Inszenierung gab: Ein Ballett, das für Erwachsene ebenso wie für Kinder ab sechs Jahren geeignet ist.

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„Wichtig ist mir, die Geschichte in die heutige Zeit zu übertragen, auch wenn die ursprüngliche Grimm'sche Märchengeschichte nicht ganz in diese Ära zu passen scheint“, so Jörg Mannes. Doch nicht zuletzt geht es in „Schneewittchen“ ja um die menschliche Selbstbetrachtung, ein Fokussieren auf das eigene Ich – um den Blick in den Spiegel. „Und das“, so Jörg Mannes, „ist ja nun höchst aktuell.“

Kommt also Schneewittchen im Magdeburger Opernhaus mit einem erhobenen Zeigefinger her? Wohl kaum.

Wie die Freude in das alte Märchen kommt

Die Freiheit, die sich Jörg Mannes bei der Umsetzung des Märchens nahm, zeigt sich darin, dass er die Grimm'sche Vorlage nicht eins zu eins übernahm. Stattdessen spiegelte er Anregungen und Ideen wider, die die Geschichte bereicherten.

Anastasiya Kuzina in "Schneewittchen" im Opernhaus des Theaters Magdeburg.
Anastasiya Kuzina in "Schneewittchen" im Opernhaus des Theaters Magdeburg.
Foto: Ida Zenna/TM

Zum Beispiel tauchte im Original der Prinz urplötzlich und ohne wirklichen Zusammenhang am Ende auf. In Mannes Version hingegen wird der Prinz von den Zwergen zunächst um seine Krone erleichtert. Die Zwerge sind hier keine einfachen Märchenfiguren, sondern skurrile Räuber, die ihre eigenen Motive verfolgen. Die Königinnen – ihrer gibt es im Magdeburger „Schneewittchen“ sogar drei - versuchen, den Prinzen zu verführen.

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Was die Compagnie zum Strahlen bringt

Neben der Musik durch verschiedene Genres erzeugen Videoprojektionen eine magische Atmosphäre und definieren virtuelle Räume auf eine eigene Art. Ein großes Hallo, so der Ballettdirektor, hatte es in Sachen Kostüme gegeben. Denn die Kostümbildnerin hatte besondere Erfahrungen mitgebracht – sie hatte bereits an der Ausstattung des Films „Spieglein Spieglein – Die wirklich wahre Geschichte von Schneewittchen“ mitgewirkt.

Die Besetzung für „Schneewittchen“ wurde sorgfältig ausgewählt, wobei auch Tänzerinnen die Rolle der Zwerge übernehmen. Die Zwerge sind nicht einfach stereotyp zwergenhaft, sondern vielschichtige Charaktere, die für Humor und Freude in der Handlung sorgen. Jörg Mannes: „Die Tänzer sind begeistert von ihren starken Rollen, insbesondere den komischen, die sie zum Strahlen bringen. Und auch Schneewittchen als eine eher kindliche Person herauszuarbeiten, ist reizvoll.“

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Übrigens: Von den 8256 Karten für alle zwölf „Schneewittchen“-Vorstellungen ist mit mehr als 2400 Karten bereits fast ein Drittel vergriffen. Könnte es also sein, dass das Magdeburger Ballett die Nachfrage gar nicht befriedigen kann? Jörg Mannes sagt: „Wir haben aufgrund einer Anfrage bereits eine zusätzlich Vorstellung ins Programm genommen. Mehr ist nicht möglich, da im Ballett für jede einzelne Vorstellung immer wieder Proben notwendig sind.“ Sprich: Für noch mehr Vorstellungen gäbe es weder räumliche noch personelle Kapazitäten. Denn es stehen ja auch schon die ebenso aufwendigen Vorbereitungen für die nächste Ballett-Premiere an.

Louise Curien, Joshua Hunt, Chiara Amato, Aurora Conte und Anastasiya Kuzina in "Schneewittchen" im Opernhaus des Theaters Magdeburg.
Louise Curien, Joshua Hunt, Chiara Amato, Aurora Conte und Anastasiya Kuzina in "Schneewittchen" im Opernhaus des Theaters Magdeburg.
Foto: Ida Zenna/TM

Wann sind Termine der Vorstellungen?

Die Vorstellungen für das Ballett „Schneewittchen“ finden im Opernhaus des Theaters Magdeburg im Universitätsplatz 9 statt. Das Stück ist für Erwachsene, aber auch für Kinder ab sechs Jahren und für Jugendliche geeignet.

Karten für das Theater Magdeburg gibt es an der Theaterkasse im Opernhaus. Diese hat Montag bis Freitag von 10 bis 18.30 Uhr und sonnabends bis 14 Uhr geöffnet. Die Theaterkasse ist auch unter Telefon 0391/40.490.490 per E-Mail an kasse@theater-magdeburg.de sowie im Web zu erreichen. Im Vorverkauf gibt es Karten unter anderem auch in den Volksstimme-Servicepunkten und im Volksstimme Service-Center in der Goldschmiedebrücke 8, auf der Internetseite von Biberticket und bei der Biberticket-Hotline 0391/5999.700.

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Es gibt zwölf Termine für „Schneewittchen“. Diese sind jeweils um 19.30 Uhr am 30. September, 4. November, 8., 23. und 30. Dezember und am 6. Januar. Des Weiteren gibt es ein Vorstellung um 11 Uhr am 12. Oktober und Termine jeweils um 16 Uhr am 8. und 22. Oktober, am 19. November sowie am 28. Januar. Am 23. Dezember gibt es zusätzlich eine Vorstellung um 14.30 Uhr.