Ordnungsamt

Knöllchen-Ebbe im Lockdown in Wernigerode

Die Corona-Pandemie beschert Wernigerodes Verkehrsüberwachern zwar nicht weniger Arbeit, aber weniger Einnahmen.

Knöllchen. Foto: Ivonne Sielaff

Wernigerode l 2020 sind in Wernigerode weniger Falschparker und Temposünder als normalerweise ertappt worden. Eine Nachricht, die gut klingt. Erst einmal. Es ist nämlich bei weitem nicht so, dass sämtliche Autofahrer in Wernigerode plötzlich einsichtig geworden sind und sich an die Verkehrsregeln gehalten haben. Nein. In Zeiten von Corona ist vieles auf den Kopf gestellt – auch das Verkehrsverhalten und die Arbeit des Ordnungsamtes.
So steckten Wernigerodes Verkehrsüberwacher 2020 nur 16.895 Mal Knöllchen hinter die Scheibenwischer. Im Jahr zuvor waren es 23.760 Knöllchen. „Während des Lockdowns im Frühjahr und auch jetzt sind spürbar weniger Autos unterwegs“, bringt es Ordnungsamtschefin Anja Münzberg im Volksstimme-Gespräch auf den Punkt. „Die Parkplätze waren wie leer gefegt. Logischerweise gab es dadurch auch weniger Parkverstöße.
Während der Sommermonate, als die Menschen wieder reisen durften – ein gänzlich anderes Bild. „Die Stadt war übervoll“, erinnert sich Anja Münzberg. „Die Touristen haben sich überall hingestellt, ob es erlaubt war oder nicht. Feuerwehreinfahrten, Bewohnerparkplätze, Waldwege.“
An Spitzentagen hätten die Verkehrsüberwacher an die 2000 Knöllchen verteilt. „Das wäre auch in normalen Zeiten sehr viel.“ Die Mitarbeiter des Ordnungsamtes seien an solchen Tagen aber „nicht etwa auf die Jagd gegangen“. „Es ist eben so, dass es in der Stadt sensible Bereiche gibt, wo wir kontrollieren müssen. Und wo die Leute auch sehen sollen, dass wir kontrollieren.“