Magdeburg l Dienstagabend am Domfelsen in Magdeburg. Die Elbe hat mit 46 Zentimetern einen historischen Pegeltiefstand erreicht. Menschen sitzen auf dem freiliegenden Felsen, andere gehen darauf spazieren. Eine Gruppe junger Männer aber kommt gerade aus dem Wasser. Mindestens zwei von ihnen haben soeben die Elbe durchquert. Mehr oder weniger im Gehen. Denn als sie die Fahrrinne erreicht hatten, mussten sie dann doch schwimmen und der Strömung trotzen.

Die Wasserschutzpolizei warnt dringend vor solchen riskanten Versuchen. "Wer die Elbe durchqueren will, ist lebensmüde", sagt Frank Rim (59), Leiter des Wasserschutzpolizeireviers Sachsen-Anhalt am Mittwochmorgen. Niemand dürfe sich vom Pegelstand verleiten lassen. Dieser sage nichts über die Tiefe in der Fahrrinne aus. Zudem gebe es gefährliche, sich ändernde Strömungen im Fluss. Auch das Baden in der Elbe ist in Magdeburg verboten. Wer sich nicht daran hält, muss mit einem Bußgeld von 25 bis 200 Euro rechnen.

Laut Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes ist die Fahrrinne der Elbe aktuell zwischen 78 Zentimeter (Abschnitt von der Saalemündung bis zum Industriehafen Magdeburg) und 90 Zentimeter (zwischen Industriehafen und Niegripp) tief (Stand 29. August, 6 Uhr). Das sind allerdings nur Mindestwerte. Die Elbe kann in diesen Abschnitten auch deutlich tiefer sein.

"Es gab 2018 bereits mehrere Tote in der Elbe in Deutschland", so Rim. Da keine einheitliche Statistik geführt wird, kann er keine konkreten Zahlen nennen.

Die Magdeburger Wasserschutzpolizei hat noch niemand erwischt, der die Elbe durchqueren wollte. "Wir kontrollieren verstärkt, nicht zuletzt aufgrund der Munitionsfunde", so Frank Rim.  Das anhaltende Niedrigwasser der Elbe legt immer wieder Weltkriegsmunition frei.