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Das ist das Jahr 2026 Magdeburger Theaterförder setzen auf die „Bande“ und neue Wege zur Kultur

Auszeichnungen, neue Formate für den Austausch und warum ehrenamtliches Engagement für die Kultur der Stadt immer wichtiger wird sind Themen für Magdeburg.

Von Martin Rieß 08.02.2026, 19:52
Seinen Mitgliedern bietet der Förderverein Theater Magdeburg exklusive Einblicke - hier zum DomplatzOpenAir im Jahr 2023.
Seinen Mitgliedern bietet der Förderverein Theater Magdeburg exklusive Einblicke - hier zum DomplatzOpenAir im Jahr 2023. Foto: Förderverein Theater Magdeburg

Magdeburg. - Das Jahr ist zu Ende, ein neues beginnt. Die Volksstimme fragt bei Organisationen, Institutionen und Einrichtungen in Magdeburg nach. Heute: Michel Redlich, Vorsitzender des Förderverein Theater Magdeburg.

Für den Förderverein war 2025 ein Jahr der Anerkennung – und der Weiterentwicklung. Besonders in Erinnerung geblieben ist Michel Redlich die Förderpreisgala mit der Ehrung junger Akteure des Theaters Magdeburg. „Das war eine sehr schöne Veranstaltung“, sagt er. Darüber hinaus wurde der Verein vom Dachverband der Kulturfördervereine für seine ehrenamtliche Arbeit ausgezeichnet – ein wichtiges Signal für das Engagement vieler Aktiver im Hintergrund.

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Mehr junge Menschen in Magdeburg für Kultur begeistern

Auch organisatorisch habe sich der Verein gut weiterentwickelt. Mit dem neu etablierten „Premierentisch“ sei ein offenes Format entstanden, das den Austausch fördert. „So kommen wir nicht nur untereinander, sondern auch mit anderen Premierenbesucherinnen und -besuchern leichter ins Gespräch“, erklärt Redlich.

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Michel Redlich ist Vorsitzender des Fördervereins Theater Magdeburg.
Michel Redlich ist Vorsitzender des Fördervereins Theater Magdeburg.
Foto: Theaterförderverein Magdeburg

Gleichzeitig sieht der Vorsitzende Potenzial nach oben. Der Förderverein würde kulturell gern noch mehr für junge Menschen tun und sie stärker in die unterstützende Arbeit für das Theater einbinden. Denkbar seien neue Beteiligungsformen – etwa im Bereich Social Media. „Hier wollen wir offener werden und neue Zielgruppen ansprechen“, so Redlich.

Bewährte Projekte auch 2026 im Fokus

Für das Jahr 2026 setzt der Förderverein auf Kontinuität. Die bewährten Formate sollen fortgeführt werden: die Förderpreisgala, die Vereins-Theaterfahrt sowie die Patenprojekte für Jugendliche unter dem Titel „Bande 26“, dessen Vorgänger ein Jahr zuvor auch ein großer Erfolg war, und für ältere Menschen mit insgesamt 28 Seniorenkonzerten.

Hinzu kommt eine intensive Vernetzungsarbeit der Theaterfördervereine in Sachsen-Anhalt. Ziel ist es, Erfahrungen zu teilen, Synergien zu nutzen und die Rolle des Ehrenamts landesweit zu stärken.

Kulturelle Teilhabe für alle und Ehrenamt gewinnt an Bedeutung

Als Förderverein versteht sich die Organisation nicht nur als Unterstützer des Theaters, sondern auch als kultureller Botschafter für die Stadt. „Wir setzen uns für kulturelle Teilhabe von Menschen aller Altersgruppen ein“, sagt Redlich – insbesondere für jene mit kleinem Geldbeutel. Kultur solle kein Luxus sein, sondern möglichst vielen offenstehen.

Die Lage im eigenen Aufgabenfeld beschreibt Redlich als angespannt. In der aktuellen wirtschaftlichen Situation sei es deutlich schwieriger geworden, Spendengelder zu sammeln. Gleichzeitig wachse die Bedeutung ehrenamtlicher Arbeit. „Unglaublich viel würde ohne das Zutun Ehrenamtlicher in Sachsen-Anhalt nicht stattfinden“, betont er.

Wünsche an Politik und für die Stadt

Von der Stadtpolitik wünscht sich der Förderverein eine verlässliche Unterstützung des Ehrenamts sowie den Erhalt der kulturellen Vielfalt in Stadt und Land. Für Magdeburg formuliert Redlich einen klaren Wunsch: Kultur solle stärker an Orte gebracht werden, „wo sie sonst nicht stattfindet oder nicht stattfinden kann“.

Dafür brauche es jedoch die entsprechende Infrastruktur – sei es in Stadtteilen, sozialen Einrichtungen oder im öffentlichen Raum. „Diese Voraussetzungen zu erhalten oder neu zu schaffen, ist eine wichtige Aufgabe für die Zukunft“, sagt der Vorsitzende des Vereins.