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Freizeit in Magdeburg Rilke musikalisch-literarisch im Magdeburger Forum Gestaltung

Das Publikum des Forums Gestaltung in Magdeburg nähert sich am 6. März den Texten des österreichischen Lyrikers.

Von Martin Rieß 04.03.2026, 18:00
„Azolia" gastieren mit einem Rilke-Programm in Magdeburg.
„Azolia" gastieren mit einem Rilke-Programm in Magdeburg. Foto: Severin Koller

Magdeburg. - Eine historisch bedeutende direkte Verbindung zwischen Rainer Maria Rilke und Magdeburg besteht nicht. Und doch kehrt der österreichische Lyriker immer wieder ins Kulturprogramm der Stadt zurück, etwa im vergangenen Jahr bei „Was wollt ihr hören“. Nun widmet sich ein weiteres Projekt seinem Werk und rückt die Gedichte in einen neuen klanglichen Zusammenhang.

Am 6. März um 19.30 Uhr bietet dazu das Forum Gestaltung in der Brandenburger Straße 10 eine Bühne. Dort nimmt sich das internationale Quartett Azolia der Texte Rilkes an, dessen Tod sich 2026 zum 100. Mal jährt. Unter dem Titel „Azolia singt Rilke“ verbindet die Formation ausgewählte Gedichte mit kammermusikalischen Strukturen und lotet deren sprachliche Ebenen musikalisch aus.

Nach einem Programm zu Texten des britischen Dichters Wilfred Owen wendet sich die Band nun einer anderen literarischen Stimme zu. Die belgische Sängerin und Komponistin Sophie Tassignon, die deutsch-amerikanische Alt-Saxofonistin, Klarinettistin und Sängerin Susanne Folk, der deutsche Bassklarinettist und Sopransaxofonist Lothar Ohlmeier sowie der Schweizer Kontrabassist Andreas Waelti arbeiten seit Jahren in dieser Besetzung. Gemeinsam entwickeln sie Arrangements, die ohne Schlagzeug auskommen und den einzelnen Stimmen Raum für Austausch geben.

Die Musiker greifen Motive aus Rilkes Lyrik auf und übertragen sie in transparente Klangflächen. Stimme, Saxofone, Klarinetten und Kontrabass treten in einen Dialog, der Text und Ton eng verzahnt. So öffnen sie einen Zugang zu Gedichten, die von Sehnsucht, Zweifel und Möglichkeiten erzählen. Das Publikum begegnet Rilkes Sprache in einem musikalischen Kontext, der ihre Struktur hörbar macht und neue Perspektiven auf bekannte Verse zulässt.