Magdeburg l Wenn in einer städtischen Einrichtung das Geld nicht reicht, ist der Stadtrat gefragt: Er muss Geld freigeben, um Lücken zu stopfen. So auch im Falle des Magdeburger Zoos, der für 2017 einen zusätzlichen Zuschuss benötigt. Den genehmigten die Mitglieder des Stadtrats zwar auf ihrer Novembersitzung 2017 – doch dies nicht ohne Diskussion.

Reinhard Stern aus der Fraktion CDU/FDP/BfM und Vorsitzender des Finanzausschusses des Magdeburger Stadtrats kritisierte so die hohen Nachträge zu den Investitionen. Es geht um 1,1 Millionen Euro für Africambo 2, um 315.000 Euro für den Bau der neuen Zoogastronomie und um 240.000 Euro für die Umgestaltung des alten Dickhäuterhauses. Im Millionenbetrag für Africambo enthalten ist auch ein 234.000 Euro schwerer Streit um ein Abschlusshonorar.

Stadtrat Magdeburg als Retter gefordert

Reinhard Stern: „Dann gibt es aber Nachträge, die durch den Bauherrn nachgereicht sind.“ Als Beispiel nennt der Christdemokrat Kunstfelsarbeiten, die für 165.000 Euro ausgeführt wurden. „Das war nicht beschlossen und das hätte man vorher mit dem Stadtrat klären müssen“, so die Forderung von Reinhard Stern. Jetzt im Nachhinein solle der Stadtrat Magdeburg die Situation mit retten.

Der vom Finanzausschuss eingeforderte Passus für den Nachschlag erscheint folgerichtig: Sobald weitere Kostensteigerungen absehbar sind, sind diese unverzüglich anzuzeigen. Per Mehrheit ließen die Stadträte diesen Vorschlag im von der Stadtverwaltung Magdeburg vorgelegten Antrag ergänzen.

Zoochef Kai Perret fehlt bei Sitzung

Dabei waren es offenbar nicht allein die Zahlen, die dem Vorsitzenden des Finanzausschusses bitter aufgestoßen waren. Er kritisierte, dass Zoochef Kai Perret zur Beantwortung der Fragen des Ausschusses seinen Prokuristen entsandt hatte, da er selbst wegen eines anderen wichtigen Termins nicht an der Sitzung teilnehmen konnte.

Diese Kritik wiederum war Alfred Westphal (Bündnis 90/Die Grünen) zu viel: „Das geht hier persönlich gegen Herrn Perret. Das finde ich unredlich. Ich habe über Jahre verfolgt, wie mit ihm und dem Zoo umgegangen wird“, so der ob des Umgangs mit Zoo und Zoodirektor aufgebrachte Bündnisgrüne.

Zoo erhält Wobau-Überschuss

Die zusätzlichen Gelder, die zur Begleichung der Rechnungen im Zoo Magdeburg verwendet werden, sollen übrigens aus den Überschüssen der Wobau fließen. Auf Nachfrage von Frank Theile (Linke für Magdeburg) erläuterte Finanzdezernent Klaus Zimmermann, dass bereits beschlossen worden war, dass die Hälfte der Überschüsse des kommunalen Wohnungsunternehmens in den Stadthaushalt fließen sollen.

Ein Thema bleibt übrigens die Unterstützung der Gemeinde Barleben für den Magdeburger Zoo. Diese ist nämlich Mitgesellschafter, hat im Rahmen der eigenen Konsolidierung inzwischen die Zahlungen für Investitionen und Betrieb eingestellt. Daran hat bislang auch ein Gerichtsurteil nichts geändert, war seitens der Magdeburger Stadtverwaltung jetzt zu erfahren.