Magdeburg l Er gehört mit zu den schönsten Vögeln, die derzeit im Zoo Magdeburg leben: der Paradieskranich. Leider wohnt hier bislang nur ein Weibchen. Es stammt aus der Zucht des Zoos Breslau. Doch der Zoo Magdeburg geht intensiv auf Bräutigamschau und sucht einen Partner. Schließlich soll die Schönheit nicht länger einsam bleiben und für Nachwuchs sorgen.

Wobei, ganz einsam ist die Dame gar nicht. Ihre Außenanlage teilt sie sich mit den Kleinen Kudus.

Kranich flippt aus und sperrt Kudu ein

Mit ihnen lebt die Kranichfrau eigentlich sehr friedlich zusammen. Doch 2019 gab es bei der Antilopenart Nachwuchs. Die Kranichdame erkannte dies sofort. Immerhin waren die Kitze im Vergleich zu den Alttieren deutlich kleiner. Für die Henne war diese Situation ungewohnt. Und so baute sie sich vor den Jungtieren auf, breitete drohend die Flügel aus, stieß laute Rufe aus, trieb die Kudu-Jungtiere wieder ins Haus, postierte sich vor der Tür und ließ sie nicht wieder auf die Anlage. Uff, damit hatte keiner gerechnet.

Nach ein paar Tagen aber Entwarnung. Die Kranichdame gewöhnte sich schnell an die jungen Mitbewohner. Jetzt ist es wieder friedlich auf dem Hof. Und sie spazieren wieder gemeinsam über die Wiese.

Wie alle Kraniche, sind auch die Paradieskraniche ihr Leben lang monogam. Sie gelten daher in vielen Ländern als Treuesymbol.

Mama- und Papakinder bei den Kranichen

Ist erst einmal Nachwuchs da, umsorgen beide Eltern liebevoll die Jungtiere. Schlüpfen zwei Küken, kümmert sich je ein Elternteil stets um den gleichen Jungvogel. Es gibt bei den Kranichen also „Mama-“ und „Papakinder“.

In Südafrika sind die Bestände seit den 1970er Jahren stark zurückgegangen. Die Gründe liegen im Einsatz von Pestiziden und den Aufforstungen von offenem Kulturland. Dieses steht den Tieren dann nicht mehr als typischer Kranichlebensraum zur Verfügung.

Mit drei bis fünf Jahren werden die Kraniche geschlechtsreif. Die Henne aus dem Zoo Magdeburg schlüpfte 2017. Deshalb bleibt auch noch etwas Zeit bei der Partnersuche.

Müssen sich die Paradieskraniche verteidigen, nutzen sie dafür ihre starken Läufe, mit denen sie zutreten können, sowie ihren Schnabel.

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