Oebisfelde/Haldensleben l Diese Chance, die der Landkreis Börde ermöglicht hat, muss genutzt werden, ist Bürgermeister Hans-Werner Kraul felsenfest überzeugt. Während sich Senioren mit einem Lebensalter ab 80 Jahren seit dem gestrigen Montag ihren Impftermin gegen eine Covid-19-Infektion telefonisch unter 116 117 oder online unter www.116117.de im Impfzentrum in Haldensleben reservieren lassen können, möchte Hans-Werner Kraul eine ortsnahe Variante ermöglichen: eine oder mehrere Impfstationen innerhalb der Einheitsgemeinde.

Wolmirstedt und Wanzleben-Börde

Zwei dieser dezentralen Impf-orte mit mobilen Impfteams des Landkreises Börde gehen in Wolmirstedt und Wanzleben-Börde bereits am 16. März an den Start. Dort werden ebenfalls zuerst die Impfungen der über 80-jährigen Einwohner vorgenommen. Alle weiteren Kommunen des Landkreises Börde haben ihre über 80-jährigen Einwohner in Kooperation mit dem Landkreis auch zur Impfbereitschaft angeschrieben. Die Vergabe der dezen­tralen Impftermine in diesen Kommunen erfolgt ebenfalls per Brief. Die Impfungen beginnen ab Ende März, heißt es in einer Pressemitteilung des Landkreises Börde.

Und genau bis zu diesem Zeitpunkt möchte Bürgermeister Kraul der älteren Bevölkerung optimal verteilte Impfstationen im eigenen Beritt anbieten können. Dafür hat er eigens selbst die Ärmel im übertragenen Sinn hochgekrempelt. In einem ersten Schritt hat er die mehr als 1000 Kontaktadressen auflisten lassen. Anschließend hat er im Sinne der Kostenersparnis alle Ortsbürgermeister und Ortsbürgermeisterinnen mit einem Anteil von um die 50 Senioren im Ort gebeten, die Kontaktbögen den betreffenden Bewohnern als Brief persönlich zuzustellen. Was Kraul dabei einen zusätzlichen Motivationsschub gab, war die große Resonanz bei den offiziellen Ortsvertretern. Als Postzusteller unterstützten aber auch weitere Ortsbürgermeister die Aktion. In einem zweiten Schritt ließ Kraul dann diese Kontaktformulare den entsprechenden Senioren in den größeren Orten per Post zukommen. „Dass die Verwaltung dabei auf den Portokosten kleben bleiben wird, das soll uns die Sache allemal wert sein“, kommentierte der Bürgermeister.

Ziel der Aktion ist es, die Wegstrecken für die ältere Generation so kurz wie möglich zu halten. Kraul weiß aus seinem persönlichen Umkreis, dass alte und ältere Menschen derartige Unternehmungen völlig anders empfinden können, als Personen, die täglich zwischen Wohnort und Arbeitsplatz pendeln. „Das ist gleich eine Mehrfachbelastung für die alten Mitmenschen, zur Impfung anzureisen, auf die Injektion zu warten und die dann zu erhalten, letztendlich wieder den Heimweg anzutreten“, meint Kraul. „Und es macht schon einen Unterschied, ob sich jemand aus Buchhorst nach Haldensleben auf den Weg machen muss oder die Impfung in der Sporthalle in Oebisfelde erhalten kann“, gibt der Bürgermeister ein Beispiel.

Personennahverkehr erreicht wenige Senioren

Die Wege aus den Dörfern nach Haldensleben sind grundsätzlich weite, auf einen Personennahverkehr können die wenigsten über 80 Jahre alten Menschen zurückgreifen. Zudem bedeutet die Zeitspanne eine körperliche Anstrengung, um letztendlich wieder vom Impftermin das Zuhause zu erreichen. „Deshalb ist es eben wichtig, dass eine möglichst große Resonanz bis zum 5. März von den jetzt informierten Senioren für einen Impftermin gemeldet wird.“ Kraul will erreichen, dass als dezentraler Impfort zumindest Oebisfelde berücksichtigt wird. Denkbar wäre auch, eine Möglichkeit in Weferlingen zu schaffen. „Das macht Sinn“, sagt Kraul mit Blick auf die Statistik der 80-Jährigen. Vielleicht ergibt sich aber zusätzlich die Chance, auch in anderen Orten der Einheitsgemeinde solche Impfangebote in Zeiträumen anbieten zu können.

Am 1. März werden zwei Impfstrecken im Impfzen­trum des Landkreises Börde in Betrieb genommen, heißt es in der Pressemitteilung des Landkreises. Eine Impfstrecke verimpft den Impfstoff des Herstellers „BioNTech & Pfizer“ (BP), die andere verimpft das Mittel des Herstellers Astrazeneca (AZ). Eine Wahlmöglichkeit zwischen den Impfstoffen hat der Gesetzgeber nicht vorgesehen.

Termine erhalten nur Personen, die aufgrund der Coronavirus-Impfverordnung die oberste Priorität haben. Das sind zum Beispiel Menschen, die das 80. Lebensjahr vollendet haben, oder auch Personen, die in einer stationären oder teilstationären Einrichtung tätig sind. Für den BP-Impfstoff – nur für Personen über 80 Jahre – stehen jetzt Termine vom 1. März bis 9. April zur Verfügung. Für den AZ-Impfstoff – für anspruchsberechtigte Personen bis 65 Jahre – sind Termine vom 1. März bis 11. Juni 2021 freigeschaltet, informiert der Landkreis Börde in der Mitteilung.