Rätzlingen auf der Grünen Woche Mit Kastanien zum Erfolg: Tierzuchtbetrieb begeistert mit Aktion auf der grünen Woche
Der Galloway-Zuchtbetrieb aus Rätzlingen hat sich in diesem Jahr wieder auf der Grünen Woche in Berlin präsentiert und dabei ein wichtiges Fazit gezogen.

Berlin/Rätzlingen. - Wenn sich die internationale Agrar- und Ernährungsbranche zur Grünen Woche in Berlin trifft, ist auch die Börde vertreten. Mit dabei war erneut der Galloway-Zuchtbetrieb Lauenroth-Mago aus Rätzlingen. Betriebsleiter Jörg Lauenroth-Mago nutzte die Messe, um regionale ökologische Landwirtschaft einem breiten Publikum näherzubringen – und um mit Besuchern über Tierwohl, Fleischkonsum und Herkunft ins Gespräch zu kommen.
Landwirt begeistert in Berlin: Einladung durch Bundesprogramm Ökologischer Landbau
Eingeladen war der Betrieb im Rahmen des Bundesprogramms Ökologischer Landbau als sogenannter Demonstrationsbetrieb. Präsentiert wurde er sowohl in der Bio-Halle als auch in der Halle des Bundeslandwirtschaftsministeriums. „Wichtig war mir, dass unsere Region vertreten und vorgestellt wurde“, betont Lauenroth-Mago. Besonders gefreut habe ihn dabei das Interesse aus der Heimat: „Ich finde es erst einmal total schön, dass doch auch sehr viel regionale Prominenz bei uns vorbeigeschaut hat.“
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Der Betrieb steht für ganzjährige Weidehaltung von rund 75 Galloway-Rindern im Drömling. Für Lauenroth-Mago ist diese Form der Haltung zentral: „Die Wiesen- und Weidehaltung ist das Nonplusultra und das ist bei uns einfach gut möglich.“ Die extensive Bewirtschaftung wirke sich positiv auf Böden und Artenvielfalt aus. „Die Rinder schaden dem System nicht, sondern unterstützen es“, erklärt der Landwirt.
Tierhaltung mit Vorbild: Stressfreie Tötung im Fokus
Ein zentrales Thema am Messestand war die stressfreie Tötung der Tiere. „Bei uns läuft das ja mit Kugelschuss seit über zehn Jahren. Das ist immer noch nicht selbstverständlich“, sagt Lauenroth-Mago. Gerade deshalb habe es viele Fachgespräche mit Kollegen aus ganz Deutschland gegeben. Auch die Produktpalette stieß auf Interesse. Neben Bio-Rinderwienern präsentierte der Betrieb weitere Erzeugnisse aus reinem Bio-Rindfleisch. „Das ist für Menschen dann auch was Besonderes“, so Lauenroth-Mago.

Für Gesprächsstoff sorgte zudem eine Mitmachaktion zum Fleischkonsum. Besucher konnten mit Kastanien abstimmen, was ihnen beim Fleischessen wichtig ist. „Die regionale Herkunft hatte mit Abstand den größten Zuspruch erhalten“, berichtet Lauenroth-Mago. Viele Menschen hätten dabei begonnen, ihr eigenes Konsumverhalten zu hinterfragen.
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Der Austausch soll nicht auf Berlin beschränkt bleiben. Auf dem Hof in Rätzlingen werden regelmäßig Besucher empfangen, darunter auch Schulklassen. „Jedes Dorf braucht so einen Betrieb, der seine Türen öffnet und die Arbeit zeigt“, sagt der Landwirt.
Engagement soll mehr als nur informieren
Passend dazu steht bereits der nächste Termin an: Am 21. Februar findet von 11 bis 15 Uhr auf dem Hof der Workshop „Wir essen die Wiese – Die Landschaft kochen“ statt. „Das Thema ist wichtig, aber vor allem freue ich mich, weil der Workshop Spaß machen wird“, so Lauenroth-Mago. Eine Anmeldung ist per E-Mail an bauernstrasse11@gmx.de erforderlich, der Kostenbeitrag beträgt 20 Euro.
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Mit seinem Engagement möchte der Rätzlinger Betrieb nicht nur informieren, sondern andere ermutigen. „Ich hoffe, dass unsere Teilnahme auch eine Anregung ist, dass andere mitmachen“, sagt Lauenroth-Mago – für mehr regionale Landwirtschaft und bewussteren Umgang mit Lebensmitteln.