Calbe l Attraktivierung der Stadt und Erhalt der Geschichte - beides haben sich die Ehrenamtlichen des Calbenser Verschönerungsvereines auf die Fahnen geschrieben. Das, was im Juli 2017 am Teich des Blüchersteines begonnen wurde, soll in diesem Jahr in die „heiße Phase“ gehen. Ein Verein mit einer unermüdlichen Verschönerungsvision, der nun aber bekennt, dass es allein nicht geht. „Wir hoffen und wünschen uns Unterstützung aus der Bevölkerung“, reißt Dieter Tischmeyer an. Benötigt werden Spenden. Rund 10.000 Euro, rechnet das Vereinsmitglied vor. Damit sollen historische Inschriften auf 15 Findlingen wiederhergestellt werden.

Im gesamten Bereich des Verschönerungsweges - angefangen von der Großen Fischerei, vorbei an der Teichanlage bis zum Weinberg - befinden sich aufgehäufte Findlingsteine. Sie erinnern an den 1881 gegründeten Verschönerungsverein. Die Findlinge dienen der Erinnerung an Persönlichkeiten aus der Zeit der Befreiungskriege aber auch dem Gedenken an Persönlichkeiten aus Kunst und Kultur jener Zeit. So existiert beispielsweise sogar ein Goethe- sowie ein Schiller-Stein. Die Beschriftungen sollen nun wiederhergestellt werden. Eine überaus aufwendige und kostenintensive Angelegenheit sowie Steinmetzarbeit, kommentiert Verschönerungshelfer Klaus Weila. Allein das Beschaffen der einstigen Inschriften in den Findlingen setzte umfassende Recherchen voraus. Mithilfe geschichtsinteressierter Bürger ist es gelungen. Für Weila ganz besonders: Vor etwa 100 Jahren habe jemand die Inschriften handschriftlich dokumentiert. In Sütterlinschrift. Diese Dokemente sind für den Verein wie ein unersetzbarer Schatz.

1500 Euro pro Text

Oberstes und eisernes Ziel der Verschönerer ist die Rekonstruktion wie vor über 100 Jahren. Die Rekonstruktion ist teuer - und koste bis zu 1500 Euro pro Text. Peu à peu soll sich diesem Mammutprojekt angenommen werden. Wiederhergestellt werden soll beispielsweise der Text für Königin Luise. Auszugsweise heißt es laut historischen Dokumenten da: „Zur Erinnerung an die unvergeßliche Königin Luise; Preußens guter Engel in schwerer Zeit“.

Bilder

Aber es ist nicht das einzige am Verschönerungsweg. „Dazu bringen wir als Mitglieder unsere Bau- und Arbeitsleistung ein. Das sind bestimmt auch noch einmal mehrere Zehntausend Euro“, kommentiert der Vereinschef Rudolf Conrad das Wirken der Mitglieder. Ein Beispiel ist der Springbrunnen mit einer ungefähr zwei Meter hohen Fontäne. Dieser soll - wie in der Vergangenheit - von Findlingssteinen im Wasserbereich umringt sein. „Mittels Zeitschaltuhr soll die Teichanlage zu festgelegten Zeiten mit „Wasserplätschern“ belebt werden“, führt Tischmeyer aus.

Eine entsprechende Anlage mit Schaumsprudler wurde bereits erworben. Diese werde derzeit von Vereinsmitgliedsfirmen auf die Bedürfnisse und Gegebenheiten umgestaltet und vor Diebstahl und Beschädigung gesichert.

Erste Spenden schon da

Weiterhin ist im Verlauf der Frühjahrs- beziehungsweise Sommerzeit geplant, das Grundstück am Teich zu beräumen und zu planieren, um eine pflegeleichte Grünanlage am Standort entstehen zu lassen. Sollten die Arbeiten an der Teichanlage bis zum Spätsommer abgeschlossen sein, plant der Verschönerungsverein mit allen Mitgliedern, Helfern und Sponsoren ein Herbstvergnügen mit gleichzeitiger Einweihung und Übergabe der rekonstruierten Fläche an die Stadt Calbe als Grundstückseigentümer. Erste Spenden sind übrigens schon eingegangen. Zuletzt durch Ernst Kuhnert, der sich zu seinem 93. Geburtstag Geld statt Blumen gewünscht und insgesamt 350 Euro an den Verein gespendet hat.

Wer den Verein unterstützen möchte, kann seine Zuwendung an das Spendenkonto unter dem Stichwort „Teichanlage/Findlinge“ an DE55 800 555 000 360 144 438 überweisen.