Stendal l Vier Damen und ein Herr, in der einen Hand eine Pfauenfeder, an der anderen Hand ein Kind – so könnte man den Kulturpaten zukünftig in Stendal durchaus über den Weg laufen. Angelehnt an das Erscheinungsbild eines Stadtführers – nur eben mit Feder und nicht mit Schirm –, wollen die fünf frischgebackenen Kulturpaten Kindern das kulturelle Leben der Stadt sowie die Geschichte Stendals näherbringen.

Der Verein Freiwilligen-Agentur Altmark hat das Angebot konzipiert und die Ausbildung der Paten organisiert. „Wir fassen den Begriff Kultur im ganz weiten Sinne auf“, sagt Marion Zosel-Mohr, Chefin der Freiwilligen-Agentur, „auch wenn ich etwas Kreatives gestalte, hat das letztendlich etwas mit Kultur zu tun.“ Zen­trales Anliegen des Ehrenamts ist es, Kindern beispielsweise den Besuch eines Museums zu ermöglich, auch wenn die Eltern dafür nicht zur Verfügung stehen. Denn gerade dann ist eine Begleitperson umso wichtiger. Dieter Ortmann, Ursula Potratz, Monika Lagemann, Kerstin Quiatkowski und Grudrun Walinda wollen sich dieser Aufgabe stellen. In vier Modulen haben sie unter anderem gelernt, wie man mit Kindern arbeitet, kindgerecht spricht. Zusätzlich sind sie noch tiefer in die Geschichte Stendals eingetaucht.

„Wo wollt ihr den hingehen?“, fragt Gudrun Walinda die Zweitklässler der Juri-Gagarin-Schule, die bei der Übergabe der Zertifikate dabei sind. Das Theater, der Tierpark und das Feuerwehrmuseum werden genannt. Ein Grundschüler denkt bereits über die Landesgrenzen hinaus: „Das Römische Kolosseum will ich sehen.“ „Das gibt es in Stendal nur als Bild im Winckelmann-Museum“, entgegnet Walinda und lacht, „aber wenn du mit deinen Eltern nach Rom fährst, könnt ihr mich gerne mitnehmen. Dann erzähl ich dir alles übers Kolosseum.“

Ab Juni sind Paten im Einsatz

Ab Juni werden die Paten im Einsatz sein. „Aber es hindert uns nichts daran, früher loszulegen“, fügt Marion Zosel-Mohr an, die übrigens auch die Idee mit den Pfauenfedern als Geschenk hatte. Über die Zusammenarbeit mit Stendaler Schulen sollen Kinder auf das Angebot aufmerksam werden. „Unser Wunsch ist eine Eins-zu-eins-Betreuung, wir wollen keine großen Gruppen“, sagt Zosel-Mohr. Daher sei es für Interessierte auch immer noch möglich, selbst als Kulturpate tätig zu werden.

Bei Interesse kann man sich bei Marion Zosel-Mohr und Anke Große von der Freiwilligen-Agentur Altmark telefonisch unter 03931/565 63 20 melden.