Einkaufen in der Breiten Straße Neues Geschäft für Abendkleider und Brautmode in Stendal eröffnet
Das syrische Ehepaar Mohammad Alsaleh und Linda Alhussain hat am Sperlingsberg in Stendal sein Geschäft M&L Modedesigner eröffnet.

Stendal - Die glitzernden, pompösen Kleider ziehen die Blicke der Passanten in der Stendaler Innenstadt auf sich: Festliche Abendkleider und Brautkleider können Kunden in Stendal erwerben. Das Geschäft zu eröffnen, erforderte für Mohammad Alsaleh und seine Frau Linda Alhussain viel Mut. Für sie ist es ein Neuanfang.
Mohammad Alsaleh stammt aus Syrien und lebt seit April 2021 in Stendal. Zusammen mit seiner Frau Linda Alhussain hat er sich einen Traum erfüllt: ein eigenes Modegeschäft. Einen Laden in einem fremden Land zu eröffnen, in einer Sprache, die er noch nicht sicher beherrscht, verlangt Mut. Über dem Schaufenster am Sperlingsberg ist M&L Modedesigner zu lesen, benannt nach ihm und seiner Frau Linda. Zwei Buchstaben, die für Familie, Hoffnung und einen Neuanfang stehen.
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Das Nähen liegt dem 45-Jährigen im Blut, unter seinen Vorfahren gibt es viele Schneider. Er hat sich schon immer gern mit schönen Stoffen umgeben und gezeichnet. Seine Leidenschaft für diese Dinge brachte er mit nach Deutschland. Mit einem Kleingewerbe fasste er in Stendal Fuß: bedruckte und bestickte Kleidung mit Namen, Motiven oder Telefonnummern von Firmen.
Doch sein Wunsch war ein viel größerer. Die Suche nach einem geeigneten Laden in der Innenstadt war keine einfache. Letztendlich wurde Ausdauer belohnt. Fast am Ende der Fußgängerzone, am Sperlingsberg, wo einst Blumen und Pflanzen verkauft wurden, ist das neue Modegeschäft beheimatet.
Brautkleider, Abendkleider und Änderungsschneiderei
Auf etwa 100 Quadratmetern hängen festliche Roben und Brautkleider, die sofort ins Auge fallen. Glänzende Stoffe, feine Stickereien, sorgfältige Details. Alle Kleider sind bereit für einen großen Auftritt und um die Schönheit einer Frau zu unterstreichen.
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Da oftmals Kleidung von der Stange nicht auf Anhieb perfekt sitzt, gibt es direkt eine Änderungsschneiderei. Die Sachen werden auf Maß angepasst. Eine präzise Handarbeit, jeder Saum, jede Naht wird mit Ruhe und Erfahrung gesetzt. Das ebenso bei Herren, wenn die neu gekaufte Hose mal wieder viel zu lang ist.
Die Verständigung mit den Kunden ist nicht immer einfach. Mohammad Alsaleh und seine Frau sprechen noch nicht so gut Deutsch. Oftmals helfen aber ein Lächeln, Zeichnungen und ein Übersetzungsprogramm weiter. Schließlich ist doch Mode eine Sprache, die irgendwie alle verstehen.
Wunsch: Modenschau in Stendal
Die Familie, zu der sechs Kinder gehören, hat sich gut in Stendal eingelebt. Die Menschen hier sind freundlich, offen und hilfsbereit. Rassismus ist ihm nicht begegnet und das Umfeld hat Mut gemacht, den Schritt in die Selbstständigkeit zu wagen.
Alsalehs Ziel ist es, mit seiner Mode Brücken zu bauen, zwei Kulturen miteinander zu verbinden, syrische Elemente mit europäischen Schnitten zu verknüpfen, Tradition und Moderne zu vereinen. Die Kleider werden in Berlin eingekauft und sind gefertigt in der Türkei und Ägypten. Doch der 45-Jährige hegt einen ganz großen Wunsch. Er möchte eigene Kleider entwerfen und die Kollektion bei einer Modenschau in Stendal präsentieren.
Doch das ist noch leise anklingende Zukunftsmusik. Erstmal alles Schritt für Schritt entwickeln. Mohammad Alsaleh und seine Familie fühlen sich in Stendal angekommen und leben vor, dass Träume auch in der Fremde eine neue Heimat finden können.