Das Unternehmen Stendalbus GmbH

Die Stendalbus GmbH ist seit August 2018 für den gesamten Öffentlichen Personennahverkehr im Landkreis Stendal zuständig. Nach Firmenangaben legen die rund 40 Fahrzeuge jährlich etwa vier Millionen Fahrplankilometer. Vertreten im Landkreis ist Stendalbus jedoch bereits seit 2010 – damals als Dienstleister der Regionalverkehr Westsachsen GmbH. Der Betrieb ist eine 100-prozentige Tochter der französischen Transdev-Gruppe.

Stendal l Die nächste Preisrunde im Öffentlichen Personennahverkehr des Landkreises Stendal ist verschoben: War in den vergangenen Jahren immer der 1. August der Stichtag für neue – höhere – Preise, kosten die Tickets der mit dem ÖPNV im Landkreis betrauten Stendalbus GmbH diesmal auch im August noch genauso viel wie im Juli. Das bestätigte das Unternehmen auf Nachfrage der Volksstimme. Erst Anfang 2021 müssten die Passagiere mehr Busfahrten im Landkreis bezahlen.

Steuersenkung als Grund

Der Grund für diese ungewohnte Preisstabilität: Die ab Juli geltende, coronabedingte Senkung der Mehrwertsteuer. Durch das Verschieben der nächsten Preisrunde „wollen wir unseren Kunden auf möglichst einfachem Wege die Weitergabe der von der Bundesregierung auf den Weg gebrachten Mehrwehrtsteuersenkung gewährleisten“, teilte Stendalbus mit.

Mit anderen Worten: Weil das mit einer Fahrzeugflotte von rund 40 Bussen arbeitende Unternehmen für ein halbes Jahr weniger Mehrwertsteuer ans Finanzamt abführen muss, kann es einen fünfmonatigen Verzicht auf regulär höhere Ticketpreise refinanzieren.

Ab dem 1. Januar 2021 dann ist steuerlich gesehen aber wieder alles wieder beim Alten – und außerdem bittet Stendalbus seine Fahrgäste dann stärker zur Kasse. Zur Frage, um wie viele Prozentpunkte die Preise steigen werden, können „wir leider noch keine verbindliche Aussage treffen“, hieß es.

Wieder mehr Fahrgäste

Der befristete Verzicht auf die nächste Preisrunde dürfte jedoch nicht nur mit der Weitergabe der Steuervorteile an die ÖPNV-Nutzer zusammenhängen. Wie bei anderen Anbietern auch hat die Corona-Krise bei Stendalbus die Passagierzahlen stark absacken lassen. „Insbesondere in den Monaten März und April“ seien deutlich mehr Plätze als üblich leer gewesen. „Seit Mai verzeichnen wir aber wieder einen Anstieg des Fahrgastaufkommens.“ Wie lange es dauere, bis die Zahlen wieder auf Vor-Corona-Niveau sind, „lässt sich derzeit nur bedingt abschätzen“. So viel dürfte aber sicher sein: Mit höheren Preisen könnte es länger dauern.