Stendal l Tiefe Schächte verlaufen im Zickzack. Hier und da stehen große aufgespannte Regenschirme zum Schutz bei Schweiß- und Isolierarbeiten. An einer Werkbank bearbeitet ein Handwerker ein Rohr für einen Hausanschluss.

Mehr als nur Baggerfahrer und Tiefbauarbeiter sind zurzeit auf der Großbaustelle in der Stendaler Innenstadt tätig, um die Straße Schadewachten zu sanieren. Die umfangreichen Arbeiten für das Gemeinschaftsvorhaben von Stadt Stendal, Abwassergesellschaft und Stadtwerke haben am 17. Februar dieses Jahres begonnen. Störungsfrei verlief die Bautätigkeit im Sommer. Die Corona-Pandemie beeinträchtigte das Baugeschehen nicht und Archäologen haben ihre Grabungen längst beendet.

Schadewachten: Leitungen werden verlegt

Gegenwärtig laufen die Arbeiten an der Ostseite für die Stadtwerke. So werden Leitungen für Trinkwasser und Strom verlegt und neue Hausanschlüsse gebaut. Parallel dazu werden die restlichen Gas- und Fernwärmeanschlüsse hergestellt. Mitarbeiter einer Spezialfirma aus Bernau isolieren Verbindungen der Heiztrasse, die in der Mitte des 350 Meter langen Straßenzuges verläuft.

Rot-weiße Absperrzäune wurden über Schadewachten hinaus aufgestellt, um entsprechende Baufreiheit für den Anschluss des neuen Regenwasserkanals an die Uchte zu gewährleisten. Bis zum Tangermünder Tor sind die Tiefbauarbeiten vorgedrungen. Knapp 80 Meter fehlen noch bis zum Ufer der Uchte gegenüber des Nachtigallplatzes.

Schadewachten kostet 3,5 Millionen Euro

Laut Plan für das 3,5 Millionen Euro teure Projekt, das zu zwei Drittel mit Fördergeld finanziert wird, sollen die Tiefbauarbeiten im Mai 2021 abgeschlossen sein. „Wir rechnen jedoch mit einer früheren Fertigstellung“, teilt Armin Fischbach, Pressesprecher der Stadt, auf Volksstimme-Nachfrage mit. Auf ein konkretes Datum wolle man sich im Rathaus nicht festlegen. „Bei Bauarbeiten gibt es diverse Aspekte und Unwägbarkeiten, die auch die besten Pläne über den Haufen werfen können“, begründet Fischbach.

Die Ausschreibung für den anschließenden Straßenaufbau werde gegenwärtig bearbeitet. Der zuständige Ausschuss des Stadtrats soll Ende Januar den Auftrag beschließen. So könnte auf jeden Fall eher als erst im Mai mit dem Straßenbau begonnen werden, „vorausgesetzt, das aktuelle Tempo wird beibehalten“, so Fischbach.

In Gänze soll Stendals Prachtstraße „Schadewachten“ bis zum Sachsen-Anhalt-Tag 2022 fertig sein. Das Landesfest findet in der Hansestadt vom 1. bis 3. Juli statt.