Öffentlicher Personennahverkehr Tango-Busse werden weiter im Kreis Stendal unterwegs sein
Nach dem Ende der Pilotphase bleibt das Nahverkehrsangebot im Landkreis Stendal bestehen und soll weiter ausgebaut werden.

Stendal - Die Tango-Busse werden weiterhin im Landkreis Stendal unterwegs sein. Das haben die Mitglieder des Kreistages mehrheitlich beschlossen. Seit April 2025 fahren zwischen Tangermünde und Tangerhütte zwei Busse, die Fahrgäste per App und Telefon bequem bestellen können.
Die Pilotphase endet Ende Februar 2026 und wird nun mindestens bis zum Vertragsende mit der Stendalbus GmbH im Jahr 2028 – beziehungsweise mit Verlängerungsmöglichkeit bis 2030 – fortgesetzt.
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Das flexible Fahrtenangebot wird laut Landrat Patrick Puhlmann (SPD) gut angenommen. So stiegen die mit einem Fahrgast zurückgelegten Kilometer kontinuierlich an und erreichten im Dezember 2025 gegenüber dem August 2024 nahezu eine Verdreifachung der Kilometer. Auch die beförderten Personen verdreifachten sich mit dem Tango im Vergleich zu dem fahrplangebundenen Rufbus. Darüber hinaus sind mit Hilfe des flexiblen Systems neue Fahrverbindungen entstanden, die es vorher nicht gab.
Die Mehrheit der Kreistagsmitglieder stehen dem Angebot positiv gegenüber und wünschen sich eine Ausbreitung auf weitere Gebiete im Kreis. „Langfristig wollen wir das auch erreichen. Der Tango soll Stück für Stück etabliert werden“, sagte Patrick Puhlmann.
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Kritisch stand Edith Braun (CDU) der Fortsetzung entgegen, vor allem mit Blick auf die Kosten. Die Tango-Busse kosten dem Landkreis 20 bis 40 Tausend Euro mehr, als der Einsatz der Rufbusse und der Linienverkehr. „Die Kostensteigerung ist nicht vertretbar. Der Linienverkehr war zuvor effektiver“, sagte sie. Zudem werde die ältere Bevölkerung benachteiligt, weil sie mit der Busbestellung per App Schwierigkeiten hätte.
Gemeinsam mit Stendalbus möchte der Landkreis prüfen, wo in Zukunft noch nachgesteuert werden muss, um das Angebot für alle Bewohner nutzbar und attraktiv zu gestalten. „Die Gespräche mit Stendalbus laufen“, so Puhlmann.