Brandserie

Klein Wanzleber Feuerteufel festgenommen

Nach einer Reihe schwerer Brandstiftungen in Klein Wanzleben (Landkreis Börde) hat sich der gesuchte Tatverdächtige selbst gestellt.

Klein Wanzleben l Der Schrecken in Klein Wanzleben (Landkreis Börde) hat ein Ende. Der zunächst nicht auffindbare Tatverdächtige, welcher mehrere Brände in Wohnhäusern gelegt haben soll, wurde festgenommen. Die Kurzfassung zum Großbrand gibt es im Video.

„Im Laufe des Freitagvormittag hat sich der tatverdächtige Mann selber gestellt", erklärt Polizeisprecher Matthias Lütkemüller. Demnach sei der 43-Jährige auf dem Polizeirevier in Wanzleben erschienen. „Er wurde dann vorläufig festgenommen." Aktuell werde der Mann verhört. "Anschließend wird die Akte der Staatsanwaltschaft in Magdeburg vorgelegt und dort der Fall weiter verfolgt." Auch eine Haftprüfung erfolge hier.

In den Stunden zuvor hatte der Mann nicht nur die Einsatzkräfte von Feuerwehr und Polizei auf Trab gehalten, sondern auch seine näheren Angehörigen in Angst und Schrecken versetzt. Am frühen Donnerstagabend war der Tatverdächtige in der Wohnung seiner Exfreundin erschienen und hatte dort nach einem Streit ein Kleidungsstück von ihr in Brand gesetzt. Die Frau hatte den brennenden Pullover geistesgegenwärtig in der Badewanne gelöscht. Der ehemalige Lebenspartner war währenddessen spurlos verschwunden.

Einige Stunden später erschien der Brandstifter im Haus an der Alten Hauptstraße und lieh sich von dessen Bewohnern ein Fahrrad aus. Kurze Zeit später brannte der Dachstuhl des Gebäudes. 60 Feuerwehrmänner und -frauen kamen hier zum Einsatz um den Flammen den Garaus zu machen. Während der Löschmaßnahmen erläuterten die beiden Bewohner der Polizei den Besuch des Mannes. „Daraufhin überprüften die Beamten nochmals das Gebäude in der Rabetthgestraße. Da das Gebäude nicht verschlossen gewesen war, schauten sie sich darin um", so Lütkemüller weiter. Instinktiv hätten die Polizisten auch den Dachboden überprüft. Beim Öffnen der Einschubtreppe sei ihnen dann bereits Rauch entgegengekommen. „Mit dem Bordfeuerlöscher eines Streifenwagens konnte der Brandherd auf dem Dachboden vorerst abgelöscht werden." Die Feuerwehr hatte daraufhin Kräfte an der ersten Brandstelle abgezogen und die letzten Glutnester gelöscht.

„Glücklicherweise wurde bei den Bränden niemand verletzt", so Lütkemüller weiter. Trotz intensiver Fahndungsmaßnahmen in Klein Wanzleben, hier wurden unter anderem mehrere regelmäßig genutzte Aufenthaltsorte, von zahlreichen Polizeibeamten überprüft, und im Raum Wanzleben blieb der 43-jährige Brandstifter verschwunden. Erst mit seinem Erscheinen auf dem Polizeirevier in Wanzleben, endeten die Fahndungsmaßnahmen. Die Kriminalpolizei ermittelt nun wegen mehrfacher schwerer Brandstiftung.