Wernigerode l Die Nachricht hat Helmut Homann umgehauen: Nils Petersen ist in den vorläufigen Kader der Fußball-Nationalmannschaft berufen und bereitet sich für die Weltmeisterschaft (vom 14. Juni bis 15. Juli in Russland) vor. „Mir ist fast das Herz stehen geblieben“, sagt Einheit-Präsident Homann. Beim Autofahren habe er davon erfahren. Nun hofft der Wernigeröder, dass sich das einstige Hasseröder Eigengewächs bei Bundestrainer Joachim Löw empfiehlt und bei der WM kickt. „Das wäre sensationell“, sagt Homann und drückt dem 29-Jährigen die Daumen.

Der gebürtige Wernigeröder selbst hatte nicht mit dem Platz im DFB-Kader gerechnet: "Die Chance dabei sein zu können, ist die Krönung der Saison", so der 29-jährige Harzer auf der Webseite des SC Freiburg. Die Nominierung sei "eine sehr große Ehre" für ihn. Überwältigt von der Nachricht war auch Vater Andreas Petersen. Der Trainer des Regionalligisten Germania Halberstadt, habe "Tränen in den Augen" gehabt, als er erfuhr, dass sein Sohn mit ins Trainingslager nach Südtirol ab dem 23. Mai reisen darf.

Die Nominierung des Harzers für den vorläufigen WM-Kader begründete Bundestrainer Joachim Löw: "Nils hat bei einer Mannschaft, die nicht in jedem Spiel unheimlich viele Torchancen herausspielt, 15 Tore erzielt." In den Spielen der Freiburger, die Löw verfolgt hatte habe Petersen "immer einen guten und fitten Eindruck gemacht". Der Weltmeister-Trainer von 2014 setze zudem auf die Joker-Qualitäten des Torjägers. "Wenn er reinkommt, ist er sofort da. Das hat er in vielen Spielen bewiesen. Er wächst mit seinen Aufgaben. Deshalb verspreche ich mir einiges von ihm."

Eintrag in Wernigerodes Goldenes Buch

Seit 2015 ist der Profispieler beim Bundesligisten SC Freiburg unter Vertrag, das Fußball-Abc erlernte er beim FC Einheit Wernigerode. Im Juni 2017 durfte sich der beste deutsche Torjäger der Bundesliga-Saison ins Goldene Buch der bunten Stadt am Harz eintragen. Aus Wernigerode fand Petersen über Germania Halberstadt, Carl-Zeiss Jena, Energie Cottbus, Bayern München und Werder Bremen den Weg in den Breisgau.

In der ersten DFB-Pokalrunde 2017/18 kam es für Nils Petersen zu einem Wiedersehen mit seinem Ex-Club Germania Halberstadt und seinem Vater Andreas, der den VfB trainiert. Beim 2:1-Auswärtssieg traf Nils Petersen zum 1:0 für den SC Freiburg.