Wernigerode l Ruhe am Samstagabend vor Wernigerodes Großraum-Disco am Kupferhammer: Nur die Fassade mit der Reklame des knapp 6000 Quadratmeter großen Tanztempels ist erleuchtet. Nebenan trainiert auf dem Gelände eine Tanzgruppe, von Party aber keine Spur.

Unterdessen brodelt die Gerüchteküche in der Stadt: Was ist los mit dem K 36? Im sozialen Netzwerk Facebook wird wild spekuliert: Derzeit ist der Club nur wegen Umbauarbeiten geschlossen, meinen die einen. Eventuell gibt es einen neuen Veranstalter, munkeln andere.

Auf Volksstimme-Anfrage will sich Betreiber Enrico Olbrich nicht äußern, „da die Leute sowieso reden“. Fakt ist: Auf der Internet-Seite der Diskothek werden die letzten Veranstaltungen für den Sommer angezeigt. Ein Public Viewing zum Fußball-WM-Spiel Deutschland gegen Südkorea Ende Juni und das Jaro-Fitness-Festival Anfang Juli.

Facebook-Seite verweist auf Umbauarbeiten

Aus dem Umfeld am Kupferhammer heißt es, seit Sommer gebe es einen neuen Geschäftsführer der K 36 UG. Nach einem Umbau solle ab November wieder auf dem Gelände des ehemaligen Berufsbildungswerkes neben den Stadtwerken gefeiert werden.

Das bestätigt das Team der Diskothek auf seiner Facebook-Seite: „Ja, uns gibt es noch, sind noch beim Umbauen. Es kommen bald neue Infos“, antwortet das Team der Disco auf Anfrage einer Nutzerin Anfang Oktober.

Bereits im Mai hatte das K 36 über das soziale Netzwerk einen Umbau angekündigt: So sollte der Außenbereich für den Sommer aufgepeppt werden. Zudem sei man „mitten im finalen Ausbau unseres Techno- und Veranstaltungsbereichs“. Dessen Eröffnung war ursprünglich für Januar anvisiert worden.

Tatsächlich gibt es seit 20. Juli auch einen neuen Geschäftsführer der Unternehmergesellschaft hinter dem Tanz- und Nachtclub. Das berichtet North Data, ein Internet-Portal für Firmeninformationen.

900 Gäste zur Eröffnungsparty

Die Diskothek für mehr als 2000 Gäste hatte vor zehn Monaten, im Dezember 2017, mit 900 Feiernden eröffnet. Vorausgegangen waren zwei Jahre des Ausbaus im laut Betreiber größten Club Sachsen-Anhalts. Viel Zeit hatte ein umfangreiches Lärm- und Brandschutzkonzept für die zwei getrennten Tanzbereiche und eine separate Lounge in Anspruch genommen. Außerdem hatten Anlieger des nahen Wohngebietes Am Kupferhammer und einer Kleingartenkolonie aus Angst um ihre Ruhe gegen die Pläne protestiert.

Bei Großveranstaltungen im K36 – darunter Schlager-, Black-Music- und 90er-Jahre-Partys – war die Straße deshalb abgesperrt worden. Dazu gab es einen großen Kinderkarneval, Ostereier-Suchen und einen Flohmarkt für Frauen- und Kinderkleidung. Im Kupferhammer 36 ist auch eine Tanzschule untergekommen.