Wernigerode l Die geänderten Hausnummern hängen an den Briefkästen, die Widerspruchsbescheide sind bezahlt – doch von Ruhe in Wernigerodes neuer Wilhem-Pramme-Straße keine Spur. „Die Umbenennung sollte das angebliche Nummernchaos in unserer Straße beenden – hat aber nur noch mehr Verwirrung gestiftet“, wettert Jörg Schuster. Der Bewohner des einstigen Nordteils der Frankenfeldstraße fragt: „Wieso gibt es nach der Neuverteilung keine Hausnummern 1 und 2?“

Das Amt für Stadt- und Verkehrsplanung habe so entschieden, „damit man am Anfang der Wilhelm-Pramme-Straße auch zukünftig noch handlungsfähig ist“, antwortet Rathaus-Sprecherin Winnie Zagrodnik auf Volksstimme-Anfrage. Das ist für Schuster „eine Lachnummer“. Der Wernigeröder könne sich nicht vorstellen, wo am Holtemme-Ufer noch neue Häuser gebaut werden könnten. Wie viele Nachbarn fühle er sich von der Stadtverwaltung verschaukelt.

Diese ist dabei nach eigener Aussage „vorrausschauend und logisch vorgegangen und hat sich bei der Nummerierung an die ortstypische Weise gehalten“. So wurden die neuen Hausnummern „vom Ortskern ausgehend links ungerade und rechts gerade“ verteilt.

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Petition an den Landtag

Das stellt die Anwohner nicht zufrieden. Mit einer Petition wenden sie sich an den Landtag. „Wir möchten, dass überprüft wird, ob die Stadträte bei der Umbenennung in Unkenntnis entschieden haben“, sagt Schusters Schwiegervater Wilfried Nörig. Er frage sich, wie hoch die Verwaltungskosten für das neue Straßenschild und die neue Nummerierung ausfallen.

Die Stadt hatte für die Anwohner die Gebühren für Adressänderungen in Personalausweisen und andere Ummeldungen übernommen, nachdem der Stadtrat Ende März für die Umbennung in Wilhelm-Pramme-Straße gestimmt hatte. Damit wollte die Verwaltung im Sinne der Gefahrenabwehr das Nummerchaos im Straßenabschnitt nördlich der Friedrichstraße beenden. Zuvor standen für 26 Hauseingänge nur vier Nummern zur Verfügung, die mit Buchstaben ergänzt wurden.

Die Anwohner hatten sich bis zuletzt gegen eine Umbenennung gewehrt. Aber weder ihre Unterschriftensammlung noch ihr Widerspruch an die Stadtverwaltung brachten Erfolg. Für sie bleibt es dabei: „Der arme Wilhelm Pramme tut mir leid – den Namen des Harzmalers liest bei uns keiner gern“, sagt Jörg Schuster.