Wernigerode l Für viele Wernigeröder und Touristen ist es eines der beliebtesten Fotomotive des Corona-Jahres geworden: das Riesenrad an der Angerspitze. Der 48 Meter hohe Koloss sollte sich am Sonnabend, 24. Oktober, eigentlich zum letzten Mal in der bunten Stadt am Harz drehen. Doch die Attraktion geht nun in eine weitere Verlängerung: „Wir haben nach Absprachen mit der Stadt und dem Betreiber entschieden, dass Rad in den Weihnachtsmarkt zu integrieren“, erläutert Veranstalter Christian Legler.

Für das Adventstreiben in der Altstadt gilt in diesem Jahr das Stichwort „Entzerrung“: 60 Buden sollen sich nicht wie üblich auf Markt und Nicolaiplatz konzentrieren, sondern vom Rimker Tor bis zur Blumenuhr und zum Oberpfarrkirchhof ziehen. „Wir wollen dabei einen Einstieg für die Besucher bieten, die vom Anger-Parkplatz in die Innenstadt flanieren“, sagt Legler. Geplant sei, dafür am Riesenrad einen Glühweinstand und ein Karussell aufzubauen.

Bis dahin soll die Attraktion täglich geöffnet bleiben. „Wir erhalten viele positive Rückmeldungen und sind mit der Auslastung zufrieden“, begründet der Chef der Veranstaltungsagentur Studio D4. Mehrere Zehntausend Gäste seien seit der Eröffnung am 25. Juni in den 36 Gondeln über Wernigerodes Dächer aufgestiegen. „Ursprünglich war nur geplant, dass das Riesenrad bis 23. August am Anger stehen soll“, sagt Christian Legler. Doch schnell habe man sich auf eine Verlängerung bis zum Ende der Herbstferien verständigt, nun noch einmal bis zum Ende des Weihnachtsmarktes. Dieses ist bislang für den 22. Dezember angesetzt. Der Stadtrat muss aber noch grünes Licht geben.

Azubi-Speeddating und Brunch im Riesenrad

Dabei geholfen, den Riesenrad-Betreiber zu überzeugen noch länger in Wernigerode zu bleiben – statt wie geplant mit dem Fahrgeschäft nach Belgien und Aachen weiterzureisen – hätte auch der Erfolg von Sonder-Veranstaltungen: „Das Azubi-Speeddating wurde sehr gut angenommen, auch die italienischen Abende und der Brunch in luftiger Höhe wurden gut gebucht – einige Stammgäste haben sogar sechs bis sieben Mal daran teilgenommen“, sagt Legler. Damit sei temperaturbedingt nun aber Schluss.

Der Veranstalter hoffe, dass die zweite Corona-Welle die Reise- und Touristikbranche nicht erneut komplett lahmlege. Dabei sei die Infektionsgefahr im Riesenrad gering: „Die Leute sind in den geschlossenen Gondeln in ihrer Gruppe für sich.“ An der Kasse einen Abstand von 1,50 Metern zu einzuhalten sei kein Problem. Die einzigen Pannen seien bislang zwei Fälle gewesen, in denen zum Feierabend Gäste in den Kabinen in luftiger Höhe vergessen wurden. „Die konnten nach einem Anruf aber schnell wieder runter“, berichtet Christian Legler.

Nach Weihnachten soll sich der Stahlkoloss dann aber endgültig ausgedreht haben in Wernigerode. „Ich glaube, dass die Bilder vom Riesenrad eine positive Erinnerung für viele Harzer an dieses verrückte Jahr bleiben werden“, sagt Christian Legler. 2021 soll die Angerspitze an der Stadtecke nicht leer bleiben: „Wir planen, den City-Skyliner wieder nach Wernigeode zu bringen – sofern es die Lage zulässt“, verrät Legler. Bereits 2019 genossen binnen acht Wochen mehr als 20.000 Gäste die Aussicht vom 81 Meter hohen Turm auf die bunte Stadt am Harz.