Loitsche l Seit Monaten regt sich in Loitsche Widerstand gegen eine im Gewerbegebiet geplante industrielle Biogasanlage. Einen entsprechenden Antrag hatte die Biogas Loitsche GmbH gestellt, eine Tochter der Revis Bioenergy aus Münster. Da die geplanten Anlagen die im Bebauungsplan vorgesehene Maximalhöhe von 16 Metern mit 21,77 Metern deutlich überschreiten, lag dem Gemeinderat der Entwurf einer Beschlussvorlage vor, die ein gemeindliches Einvernehmen zum Antrag auf Abweichung vom Bebauungsplan beinhaltete.

„Wir haben im Dorf bereits 523 Unterschriften gegen das Vorhaben gesammelt“, teilte Dr. Alexandra Baer auf der Gemeinderatssitzung am Montag mit. Der Sprecherin der „Bürgerinitiative gegen die Errichtung einer industriellen Biogasanlage“ war nach Antrag von Ratsfrau Marlis Schorgel ein Rederecht eingeräumt worden. „Mit der Errichtung dieser riesigen Anlage werden für die nächsten mindestens 20 Jahre nicht mehr zu ändernde Tatsachen geschaffen, die unsere Lebensqualität stark beeinträchtigen werden“, so Alexandra Baer, „ die Bewohner des Ortes Loitsche sind durch den Kalibetrieb, die Halde, die ehemalige Deponie sowie das Natursteinwerk bereits Lärm- und Emissionsbelastungen ausgesetzt, die weit über vergleichbaren ländlichen Wohngebieten liegen.“

Rat gibt kein grünes Licht

Die Sprecherin der Bürgerinitiative nannte auch konkrete Zahlen. „Die Anlage benötigt planmäßig pro Jahr 52.000 Tonnen Gärsubstrat und produziert 40.000 Tonnen Gärreste. Diese Mengen müssen in die Anlage hinein und wieder abgefahren werden. Das bedeutet bei einer Zuladung von 20 bis 30 Tonnen je Lkw im Jahr zwischen 3000 und 4600 Fahrten über die Betonplattenstraße, konzentriert auf die Erntezeit. Das führt zu einer schweren Beeinträchtigung der Verkehrssicherheit auf dieser Straße, die von zahlreichen Radfahrern auf dem Weg zur Arbeit beziehungsweise von Kindern auf dem Schulweg, bei der Fahrt in das Schwimmbad oder zum Bahnhof genutzt wird.“

Die Bürgerinitiative weise darauf hin, dass im Landkreis Börde genügend große Flächen für die Errichtung einer solchen Biogasanlage existieren, die sich in ausreichender Entfernung von Wohnbebauung befinden, so die Sprecherin weiter. Nach eingehender Diskussion lehnte der Gemeinderat es einstimmig ab, den Bebauungsplan zu ändern und damit das gemeindliche Einvernehmen zu erteilen.

Jetzt ist der Investor am Zug, der seinen Antrag entweder zurückziehen kann oder aber sein Konzept so ändert, dass den Forderungen des Bebauungsplanes entsprochen wird. Genehmigungsbehörde für das umstrittene Vorhaben ist allerdings das Landesverwaltungsamt in Halle. Die Revis Bioenergy aus Münster betreibt eine ähnliche Anlage wie sie in Loitsche vorgesehen ist bereits in Gommern.