Barleben l Mit einer Anekdote beginnt Wolfgang Friedrich seine Antwort auf die Frage nach der Arbeit als Regionalbereichsbeamter in der Gemeinde Barleben. „Im Sommer kamen einige Mitarbeiter des Rathauses ganz aufgeregt zu mir, weil ein herrenloser Koffer auf dem Flur stand. Der Koffer tickte, also haben wir ihn erst mal nach draußen getragen“, sagt er. Ein paar Minuten später sei Bürgermeister Franz-Ulrich Keindorff dazugekommen – er war der Urheber der Verwirrung, hatte er doch seinen Koffer kurz abgestellt, um noch einmal in sein Büro zurück zu gehen. „So wussten wir dann wenigstens, dass wir keine Kofferbombe im Haus hatten“, sagt Friedrich mit Augenzwinkern.

So spaßig gingen allerdings auch nicht alle Einsätze aus. Im Juni wurde ein Barleber vermisst, den Friedrich und seine Kollegen trotz eines Großaufgebots an Rettungskräften und Sucheinsätzen über Monate bis heute nicht gefunden haben. Ein weiterer Vermisster im Juli tauchte glücklicherweise wieder auf: „Er besuchte seine Tochter in Barleben und hatte sich während eines ausgedehnten Spaziergangs verirrt. Seine Tochter hatte nach mehreren Stunden die Polizei informiert“, erinnert sich Annett Paap.

Illegale Müllentsorgung ist ein Problem

Immer wieder haben die beiden allerdings mit weitaus weniger spektakulären Dingen zu tun. „Illegale Müllentsorgung rund um die Orte oder auch an den Feldwegen ist ein großes Thema, dazu sind wir regelmäßig unterwegs. Manchmal finden wir in den Müllsäcken auch Hinweise auf die Verursacher, aber leider nicht immer“, sagt Annett Paap.

Allerdings sind die beiden Beamten nicht nur unterwegs, um für Recht und Ordnung zu sorgen. Auch Präventionsarbeit gehört zu ihren Aufgaben. Was so sperrig klingt, ist meist für Kinder und Jugendliche in Kitas und Schulen mit einem Lern- effekt versehen: „Wir stellen in den Einrichtungen unsere Arbeit vor, erklären, was die Polizei alles macht – und auch, was nicht.“ Bei solchen Informationsveranstaltungen können Kinder auch mal auf dem Polizeimotorrad Platz nehmen oder schauen, was alles im Kofferraum eines Streifenwagens seinen Platz hat. „Wir haben 2017 auch auf Bitte einer Schule über den Faschismus aus Sicht der Polizei informiert, nachdem dort Schüler Nazi-Parolen gerufen hatten“, sagt Friedrich. Wichtig sei ihnen immer, dass Kinder keine Angst vor den Beamten hätten. „Wir sind ja trotz Uniform ganz normale Menschen, und wir sind immer ansprechbar für Fragen und Hinweise“, ergänzt Annett Paap.

Bei ihrer Arbeit bleiben die Polizisten aus dem Barleber Büro aber nicht unter sich. Annett Paap und Wolfgang Friedrich arbeiten eng mit Uwe Kehler, ihrem Kollegen aus der Niederen Börde zusammen. Auch die Zusammenarbeit mit dem Ordnungsamt der Gemeinde Barleben läuft gut und bereits seit mehreren Jahren. „Innenminister Stahlknecht hat 2017 angeregt, dass die Regionalbereichsbeamten eng mit den Ordnungsämtern der Gemeinden zusammenarbeiten, das kam bei uns ein bisschen spät“, sagen sie nicht ganz ohne Genugtuung.