Zerbst l Erst vor wenigen Wochen ereigneten sich im Landkreis Anhalt-Bitterfeld, genauer gesagt rund um die Regionen Köthen, Bitterfeld-Wolfen, Südliches Anhalt und Zörbig erneut Fälle von versuchten Trickbetrügereien im Zusammenhang mit dem Corona-virus.

In den Mittags- und Nachmittagsstunden forderten die Anrufer hohe Geldsummen von ihren angeblichen Angehörigen.

Trickbetrug ist vielfältig

Egal ob Enkeltrick-, oder nun der Coronatrickbetrug: Die Masche ist doch immer die gleiche. Durch geschickte Fragestellungen am Anfang des Telefonats („Weißt du nicht, wer ich bin?“) versuchen die Kriminellen das Vertrauen des Gesprächspartners zu gewinnen. „Die Maschen des Trickbetrugs sind vielfältig und bleiben auch Jahre nach ihrer Erfindung aktuell“, erklärt Robert Niemann, Pressesprecher der Polizeiinspektion Dessau-Roßlau, auf Anfrage der Volksstimme. „Die Betrüger sind oftmals strukturiert, organisiert, rhetorisch gut und agieren meist überörtlich. Jeder kann Opfer eines Betruges oder Betrugsversuches werden.“

In dieser neuen Masche machen sich die Betrüger die zunehmende Ungewissheit im Zusammenhang mit dem Coronavirus zu nutze.

Geld für besondere Medikamente gefordert

Wo früher noch vorgegaukelt wurde, dass eine Operation oder der Schanden nach einem Autounfall bezahlt werden müsse, sind es in der heutigen Zeit eben fünfstellige Geldbeträge für angebliche Spezial-Medikamente oder Transport- und Behandlungskosten von Krankenhäusern.

Immerhin: In den kürzlich aufgetretenen Fällen im Landkreis sind keine Bürger auf die Masche reingefallen.

Suche nach Tätern fortgesetzt

Im Zeitraum vom 1. Januar bis Mitte September 2020 wurden im Landkreis Anhalt-Bitterfeld insgesamt 18 Fälle des Enkeltricks registriert. Sieben der 18 Fälle ereigneten sich dabei im Bereich Zerbst. In einem Fall waren die mutmaßlichen Täter „erfolgreich“ und entwendeten der Geschädigten so einen fünfstelligen Geldbetrag.

Gefasst sind die Täter noch nicht. Mit einem Phantombild eines mutmaßlichen Komplizen werden „die Ermittlungen nach wie vor gegen unbekannte Täter geführt“, heißt es von Seiten des Polizei-Pressesprechers weiter.

Fragen stellen und keine Details

„Die Geschädigten werden oftmals mit existentiellen Folgen um ihre Ersparnisse gebracht. Bedenken Sie, dass der Mann oder die Frau am Telefon nicht immer die Person ist, für die er oder sie sich ausgibt! Seien und bleiben Sie deshalb Fremden gegenüber stets misstrauisch“, weist Neumann hin.

Weiter solle nicht geraten werden, wer anruft. „Stellen Sie am Telefon Fragen, beispielsweise nach gemeinsamen Erlebnissen. Geben Sie am Telefon niemals Details zu Ihren finanziellen Verhältnissen an! Übergeben Sie niemals Bargeld oder andere Wertsachen an Ihnen unbekannte Personen und melden Sie Verdächtiges jederzeit Ihrer Polizei!“