Zerbst l Der „Dicke Turm“ an der Ecke Alte Brücke / Schloßfreiheit in Zerbst leuchtet wieder. Anfang August haben Ewald Boest und Thomas Kuhrt von der Frima Handrich & Sens die zwei fehlenden Laternen angebracht. „Es handelt sich um Schinkel-Laternen, wie sie beispielsweise auch auf der Alten Brücke zu finden sind“, erklärt Pfarrer Albrecht Lindemann. Denn der Glockenturm gehört zur Hof- und Stiftskirche St. Bartholomäi, gleich nebenan.

„Die Finanzierung ist ein Gemeinschaftsprojekt der Kirchengemeinde, der Stadt Zerbst und von Chris Döhring , Geschäftsführer der Getec green energy“, sagt Pfarrer Albrecht Lindemann. Die Installation der seit Jahrzehnten fehlenden Beleuchtung sei aber erst der Anfang, denn der markante Turm im Herzen der Stadt soll bald wieder genutzt werden.

Familie überzeugt

Die Idee dazu hatte Chris Döhring, als er bei einem Termin im gegenüberliegenden Notariat aus dem Fenster auf den verwaisten und dunklen Turm blickte. Schnell hatte er seine Familie von seinen Vorstellungen zur Nutzung des Turms überzeugt und begeistert. Nun stellte er am vergangenen Mittwoch den Stadträten seine Ideen vor.

Bilder

„Ich denke, dass der Dicke Turm ein zentraler Punkt im Zusammenwirken und Austausch von Wirtschaft, Schule, Bildung und Kultur werden kann“, erläuterte Chris Döhring den Stadträten seine Vision von der Wiederbelebung des Glockenturmes. Er könne sich Ausstellungen, unter anderem von Schulen, Kitas, Vereinen und Behinderteneinrichtungen vorstellen, ebenso Lesungen, Konzerte, Podiumsdiskussionnen – auch in Zusammenarbeit mit der Lokalpresse.

Auch Adventskalender möglich

„Der Turm könnte auch genutzt werden, um den Adventskalender wieder zu beleben. In Zusammenarbeit mit den Unternehmen können wir so die Sozialen- und Bildungseinrichtungen der Stadt unterstützen“, machte Döhring deutlich.

Der Dicke Turm sei im Übrigen ein echter Hingucker, den man langfristig entsprechend aus- und angeleuchtet, also mit Lichteffekten, wie bestimmten Silhouetten, noch besser in Szene setzen könne. „Meiner Ansicht nach könnte dieses Schmuckstück mindestens monatlich von sozialen Verbänden, Bildungseinrichtungen, Vereinen oder auch der Wirtschaft für Veranstaltungen genutzt werden“, so Chris Döhring.

Weniger Kommerz, mehr Treffpunkt, ein Ort zum Reden und Zuhören, so sieht Döhring die Zukunft des Glockenturms. „So könnten beispielsweise auch nach Stadtrats-, Fraktions- oder Ausschuss-Sitzungen am Dicken Turm Diskussionsrunden zu bestimmten Themen stattfinden. Auch Talk-Runden mit den Medien sind vorstellbar“, schlug Döhring vor.

Bürgermeister Andreas Dittmann (SPD) begrüßte die Initiative, eines der Wahrzeichen von Zerbst wieder stärker in das städtische, kulturelle und wirtschaftliche Leben der Stadt zu rücken: „Ich bin mir sicher, dass die Unternehmen, die Kitas, Schulen und Vereine hier tolle Ideen zur Nutzung des Turms entwickeln.“