Wernstedt (cn) l Selten war eine Sitzung des städtischen Bauausschusses so gut besucht wie jene, die am Dienstagabend im Dorfgemeinschaftshaus Wernstedt stattfand. Dort gab es nur ein bestimmendes Thema: den im kommenden Jahr geplanten Ausbau der Ortsdurchfahrt, bei der es sich um die Wernstedter Bahnhofstraße handelt. Sie gehört zur Landesstraße 21 und somit zur viel befahrenen Achse zwischen den altmärkischen Kreisstädten Salzwedel und Stendal.

"Seit 2005 planen wir an der Ortsdurchfahrt. Das hier ist jetzt schon der dritte Anlauf. Aber wir waren noch nie so dicht dran", sagte Projektant Peter Pickler. Es waren die Wernstedter selbst, die sich mit einer Petition an die Landesstraßenbaubehörde gewandt und dort kürzlich erreicht hatten, dass das Projekt auf der Prioritätenliste weiter nach oben gerückt worden war. Ursprünglich hatte an dieser Stelle nämlich die deutlich weniger befahrene Ortsdurchfahrt Klein Engersen gestanden. Sie soll nun, sofern dies die Finanzen zulassen, ebenfalls im nächsten Jahr gebaut werden.

Was bei der Ortsdurchfahrt Wernstedt jedoch erschwerend hinzu kommt, ist die Tatsache, dass diese zu großen Teilen aus Pflastersteinen besteht. Nun soll sie eine Asphaltdecke erhalten. "Das wird dann wesentlich ruhiger", so Pickler.

Die auszubauende Strecke misst 509 Meter. Doch es gibt einige Unbekannte. "Wir haben hier sehr schlechte Baugrundverhältnisse", warnte Peter Pickler. Deshalb müssten auch besondere Stabilisierungsmaßnahmen stattfinden. Die Straße werde auf einer Breite von 6,50 Meter ausgebaut. Auf der rechten Seite in Richtung Bundesstraße 71 erhalte sie zudem einen kombinierten Geh- und Radweg, "der irgendwann einmal in Richtung Kalbe weitergeführt werden soll. Aber das ist Zukunftsmusik", so Pickler. Auf der besagten Straßenseite werde dann aber auch die bisherige Bushaltestelle verschwinden. Denn die Haltebucht würde zu groß ausfallen. Der Bus müsse künftig direkt auf der Straße stoppen.

Erneuert werde laut Planer auch die Regenentwässerung, wofür die Stadt Kalbe zuständig sei. In diesem Zuge erfolge auch der Bau eines neuen Regenrückhaltebeckens. Auf Antrag, sagte Kerstin Schulz vom Bauamt Kalbe, könne ein Grundstücksanschluss an die Leitung erfolgen. "Das geht dann aber auf Ihre Kosten", so die Fachfrau zu den Anliegern.

Diese werden ohnehin finanziell am Bau der Nebenanlagen beteiligt. Dies regelt die Straßenausbaubeitragssatzung der Stadt Kalbe. "Aber es gibt noch einige Unklarheiten. Deshalb kann es hier noch keine konkreten Aussagen geben. Wenn es soweit ist und wenn feststeht, welche Firma den Auftrag erhält, wird es sicher auch noch einmal eine Anliegerversammlung geben", erklärte Kerstin Schulz am Dienstagabend.

Ohnehin steht die gesamte Baumaßnahme noch unter Haushaltsvorbehalt. Die Landesstraßenbaubehörde rechnet mit Baukosten von rund 800000 Euro. "Aber wir hoffen ganz fest, dass es im nächsten Jahr losgeht", so Peter Pickler.

Während die Chancen für eine neue Wernstedter Ortsdurchfahrt recht gut stehen, steht der Neubau der desolaten Strecke Wernstedt-Kalbe und der dazugehörenden Schanzgrabenbrücke nach wie vor in den Sternen, weil es Probleme mit dem Grunderwerb gibt. Ursprünglich sollte dieser Abschnitt der Landesstraße 21 noch vor der Ortsdurchfahrt Wernstedt erneuert werden.

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