Immer wieder steht die Bebauung an der Harzstraße in der Kritik. Gäste der Stadt sehen als erstes baufällige Häuser. Das ändert sich nun Stück für Stück. Den Anfang machte das Magazingebäude.

Halberstadt l Beate Grebe erinnert sich noch an eine Volksstimme-Schlagzeile aus dem Jahr 2009 - "Wir zeigen potenziellen Touristen erstmal unsere schlechteste Seite" stand über einem Beitrag, der die Bürgerkritik an der Ruinenmeile in der Harzstraße thematisierte.

Die Geschäftsführerin der Halberstädter Wohnungsgesellschaft HaWoGe erinnert sich deshalb so gut, weil sie mit den Gebäuden zu tun hat, die damals im Bild zu sehen waren. Die Harzstraße 2 bis 4 und das alte Magazingebäude am Ebereschenhof.

"Seit 2009 ist viel passiert", sagt Grebe und erinnert daran, dass die HaWoGe im Februar 2011 das Magazingebäude erworben hatte. Nach umfangreichen Sicherungs- und ersten Sanierungsarbeiten präsentiert sich das Magazingebäude völlig verändert. "Es trägt jetzt deutlich zu einem positiveren Bild am Stadteingang Halberstadts bei."

Wie Grebe auf Volksstimme-Nachfrage informierte, laufe zurzeit die Ausschreibung für die Arbeiten an der Rückseite des Magazins. Dort muss der Fassadenputz erneuert werden. Außerdem fehlen dem Haus noch Fenster und Tore. Die sollen im Herbst dieses Jahres eingebaut sein. "Übrigens werden die Fenster am Magazingebäude in Abstimmung mit dem Denkmalschutz rot sein, was sicher noch einmal ein richtiger Hingucker wird", berichtet Beate Grebe.

Das stadteigene Unternehmen widmet sich noch einem weiteren städtebaulichen Missstand in der Harzstraße. "Allerdings bleibt nur der Abriss", sagt sie. Betroffen sind die Wohngebäude Derenburger Straße 1 und Harzstraße 2 bis 4. Der Abriss sei ausgeschrieben, begonnen werden soll damit noch in zweiten Quartal 2013. Eine Wiederbebauung der Fläche ist laut Beate Grebe nicht geplant.

Die Derenburger Straße 1 war Eigentum der HaWoGe. Auf Wunsch der Stadt Halberstadt, die Gesellschafter des Unternehmens ist, und in Abstimmung mit dem Aufsichtsrat habe die HaWoGe im Jahr 2012 auch die Gebäude Harzstraße 2 bis 4 erworben, um den städtebaulichen Missstand zu beseitigen, erklärt Grebe. "Für den Abriss der Harzstraße 3, das ist das Haus mit dem Schnitzwerk an der Fassade, musste der Denkmalschutz zustimmen. Das ist zwischenzeitlich passiert." Gerade dieses Haus sei in sehr schlechtem Zustand, Teile der Fassade drohten auf den Gehweg zu stürzen, der deshalb zurzeit abgesperrt ist.

"Nicht unerwähnt bleiben soll, dass beide Vorhaben durch die Bereitstellung von Fördermitteln unterstützt werden", sagt Beate Grebe und fügt an: "Bleibt am Ende noch ein Resümee: Bauvorhaben brauchen manchmal einfach Zeit."