Dass der Edeka-Markt im Osterburger Gewerbegebiet Am Bültgraben geschlossen wird, macht schon länger als Gerücht die Runde. Der Volksstimme erklärte Inhaberin Birgit Apel die Gründe für ihre Entscheidung.

Osterburg l Eigentlich, so die Stendaler Unternehmerin, sei der Schritt schon länger fällig. Seit sie 2003 den Markt, den Minimal unter der Flagge von Rewe schon zwei Jahre nach dessen Eröffnung wieder aufgab, übernommen hat, schreibe er rote Zahlen. Nur die beiden anderen Märkte, die Birgit Apel in Stendal und in Osterburg an der Bismarker Straße betreibt, hätten das Überleben des Geschäftes bislang gesichert.

Die Schuld sucht die Pächterin, die auch mit ihrem Vermögen für das Unternehmen geradestehen muss, nicht bei ihren Mitarbeitern. Die würden tun, was möglich ist und ständen schon seit Jahren unter großem Erfolgsdruck. Es mangele auch angesichts von Abwanderung, Geburtenrückgang und Arbeitslosigkeit schlicht an Kunden und damit am Umsatz, um das Frische-Konzept von Edeka erfolgreich zu vermarkten. Ganz im Gegensatz zu einem Discounter, der ein deutlich kleineres Sortiment und keine Bedientheken mit Fachpersonal bereithalte. Dazu komme die dezentrale Lage, die kaum neue Laufkundschaft bringe. Der Umsatz der Stammkundschaft, die die familiäre Atmosphäre des kleineren Osterburger Edekas zu schätzen weiß, reiche da nicht aus. Kurz: Der ehrgeizige Plan, mit dem Markt Standortsicherung zu betreiben und die Verkaufsflächen, mit denen Osterburg bei allen anderen sonstigen Nachteilen ohnehin überproportional "gesegnet" ist, nicht der Konkurrenz zu überlassen, ist gescheitert. Zumal ein neuer Discounter gegen den erklärten Willen der Stadt einen Weg gefunden hat, nur ein paar hundert Meter weiter einen Markt zu bauen und sich die Situation damit noch verschärft habe.

Der Augenblick, einen derartigen Schnitt zu unternehmen, ist nie wirklich günstig, trotzdem gibt es Gründe, den Schlussstrich 2012 zu ziehen. Zum einen läuft der Mietvertrag mit der Raiffeisenbank Altenburg/Schmölln Mitte des nächsten Jahres aus. Zudem, erklärt Birgit Apel, werde es Änderungen bei der Edeka-Strategie geben, die eine größere Investition nötig machen würden. Ganz zu schweigen von den Ersatzbeschaffungen für Kühlanlagen und andere Technik, die nach so vielen Jahren allmählich an ihre Verschleißgrenzen stoßen. Nicht zuletzt müht sich die Marktchefin derzeit intensiv darum, die 20 Mitarbeiter (in der Regel Teilzeitkräfte) in anderen Edeka-Märkten der Region Salzwedel-Stendal unterzubekommen. Bei einigen hat das schon geklappt. Für andere stehen die Chancen offenbar nicht schlecht.

Wann das Geschäft am Bültgraben endgültig seine Pforten schließt, steht noch nicht genau fest. Jedenfalls nicht vor Ende März. Es könne aber auch noch ein paar Wochen weitergehen. Die Mitarbeiter versichern jedenfalls, bis zum letzten Tag die Kunden motiviert zufrieden stellen zu wollen. Einen Schlussverkauf werde es definitiv nicht geben. Erstens, weil alle Waren später in den beiden anderen Märkten übernommen werden können. Zweitens will Birgit Apel ihren Mitarbeitern keinen Ramschhandel zumuten.