In einer 85 Jahre alten Ausgabe des "Struwwelpeters" erinnert sich der Autor Heinrich Hoffmann, wie das Buch entstand.

Stadtfeld-West l Zur Wiedereröffnung des Friseurmuseums hatte Barbara Psoch dazu aufgerufen, alte "Struwwelpeter"-Ausgaben für die neue Bibliothek des Museums zu spenden. Als ältestes Exemplar erhielt sie von Doris Emmrich eine Ausgabe von 1926. "Es war ihr liebstes, weil erstes Kinderbuch", erzählt Barbara Psoch.

Das Buch enthielt zur Freude Psochs ein vom Autor Heinrich Hoffmann verfasstes Vorwort von 1871, in dem er die Entstehung seines Kinderbuchklassikers erzählt. Vor genau 167 Jahren, Weihnachten 1844, ist demnach der "Struwwelpeter" entstanden. "Eine schöne Weihnachtsgeschichte", fand Barbara Psoch und stellte das Vorwort zur Verfügung.

Hoffmann, der nie daran gedacht hatte, "als Kinderschriftsteller und Bilderbüchler aufzutreten", suchte vergeblich nach einem lehrreichen Bilderbuch als Weihnachtsgeschenk für seinen dreijährigen Sohn. Also zeichnetet er kurzerhand selbst eins - den Struwwelpeter.

Das kam auch bei seinen Freunden so gut an, dass er es drucken ließ und bald in aller Welt verkaufte. "Der Mensch ist glücklich, der sich einen Teil des Kindersinnes aus seinen ersten Dämmerungsjahren in das Leben hinüber zu retten verstand", schließt der Autor sein Vorwort und erinnert damit an die kindliche Freude, die man auch heute in den Wohnzimmern sehen wird.