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Wilfried Klaus wird 80 und findet das richtig gut

Manch einer hadert mit dem Alter. Nicht jedoch Schauspieler Wilfried Klaus. Langeweile kommt bei ihm ohnehin nicht auf.

Von Gunther Matejka, dpa
Schauspieler Wilfried Klaus in seinem Atelier neben einem seiner Gemälde.
Schauspieler Wilfried Klaus in seinem Atelier neben einem seiner Gemälde. Armin Weigel/dpa

München (dpa) – - Seit Mitte der 1960er Jahre hat Wilfried Klaus in einer Vielzahl deutscher Fernsehserien mitgewirkt – von „Tatort“ über „Derrick“ bis „Monaco Franze“. Die Rolle seines Lebens hatte der gebürtige Oberbayer aber als TV-Kommissar in der Serie „SOKO 5113“.

30 Jahre lang gab er den genauso gemütlichen wie scharfsinnigen Ermittler Horst Schickl. Am Donnerstag (8. Juli) wird Klaus 80 Jahre alt. 

Und er freut sich darauf, wie er der Deutschen Presse-Agentur verriet: „Die Zahl macht mir keineswegs Angst. Im Gegenteil. Ich bin heute ruhiger als jemals zuvor. Und weil wir gut gewirtschaftet haben, plagen mich auch keine existenziellen Sorgen.“ Früher sei das anders gewesen. Als „Freiberufler“ habe man ja nie gewusst, „wie es weitergeht, was kommt“. Dabei ging es immer für ihn weiter.

Seit seinem TV-Debüt 1964 in der Serie „Isar 12“ spielte Klaus in unzähligen Fernsehserien mit und drehte viele Filme – mit Regisseuren wie Hans W. Geißendörfer („Justiz“), Wolfgang Petersen („Die Konsequenz“)und Michael Verhoeven („Die weiße Rose“). 

Seinen Durchbruch feierte Klaus allerdings als empathischer Gesetzeshüter Horst Schickl in der Serie „SOKO 5113“. In 394 Folgen avancierte Klaus von 1978 bis 2008 zum Stammgast und Evergreen im deutschen Fernsehen – und das nachhaltig. „Ich werde immer noch auf die Rolle angesprochen“, sagt Klaus. 2008 schickte er den beliebten Kriminalhauptkommissar schließlich in den Ruhestand, da ihm die Belastung zu anstrengend wurde: „Wir haben ja 20 Folgen im Jahr gedreht. Das hieß, dass ich sogar im Urlaub meine Bücher dabei hatte und Rollentexte lernen musste. Das ging an die Substanz.“ Auch, wie er zugibt, da er nicht zu den beneidenswerten Kollegen gehört, die nach zwei Mal Skriptlesen den Stoff auswendig parat hätten. „Ich musste mir meine Texte richtig rein pauken, das war schon mühevoll.“

Nachdem er sein Engagement bei der „SOKO“ niedergelegt hat, blieb Klaus weiterhin eine TV-Größe: Ein Gastauftritt bei „Pfarrer Braun“, eine Rolle in „München 7“ oder bei „Der Bergdoktor“. So richtig viele Angebote kamen von seinem Haussender ZDF allerdings nicht mehr: „Wenn man so lange eine Rolle übernimmt, ist es nicht sehr schön, auf das Abstellgleis geschoben zu werden.“

Von einem Blick zurück im Groll ist Wilfried Klaus aber so weit entfernt: „Ich habe so viel Schönes erlebt, mit so vielen großartigen Kollegen arbeiten dürfen – dafür bin ich unendlich dankbar.“

Er sei vollauf zufrieden mit seinem Leben. Klar, wenn „ein schönes Drehbuch“ käme, wäre er dabei. Das schon. Doch das sei kompliziert - was auch mit seinem anstehenden runden Geburtstag zusammenhänge: „Ab 80 Jahren wird man beim Dreh nicht mehr versichert. Damit steigen die Chancen für eine Rolle nicht gerade.“ Schlimm findet Wilfried Klaus das aber nicht. Wirtschaftlich muss es nicht sein. Es wäre eher wieder dieser Adrenalin-Kick bei den Drehs und natürlich seine Leidenschaft für Film und Fernsehen. 

Die wurde bei ihm schon früh entdeckt. Bereits in den 1950er Jahren bekam der Sohn eines Vollzugsbeamten und einer Kunstlehrerin privaten Schauspielunterricht. Von 1960 spielte er bis 1966 am Münchner Volkstheater, später auch auf den anderen Bühnen der bayerischen Landeshauptstadt.

Künstlerisch betätigt sich Wilfried Klaus heute auch abseits von Bühne und Rampenlicht – als Maler. In seinem Bauernhof bei Bad Füssing in Niederbayern hat er sich im Dachgeschoss ein Atelier eingerichtet. Hier greift er, so oft es geht, zu Farbe und Pinsel. Um welche Motive zu malen? „Eher konservative und realistische Bilder“, sagt er, „vor allem Porträts.“ Ein echter „Klaus“ ist käuflich zu erwerben, gelegentlich macht er eine Ausstellung. Den runden Geburtstag feiert Wilfried Klaus gemeinsam mit seiner Familie mit einem Essen in seinem Lieblingslokal in München.