Magdeburg (dpa) l Grüne und AfD in Sachsen-Anhalt haben im vergangenen Jahr Mitglieder gewonnen. CDU und Linkspartei verzeichneten zum Jahreswechsel dagegen weniger Mitglieder als im Jahr zuvor. Bei der SPD hielten sich Zu- und Abgänge die Waage. Das ergab eine Umfrage der Deutschen Presse-Agentur.

Bei den Grünen traten im Jahresverlauf rund 70 neue Mitglieder ein. Ihre Zahl stieg von 735 auf 765. Die Differenz erkläre sich vor allem durch Wegzüge von Studenten, die einen großen Teil der Mitglieder ausmachten, sagte Landesvorsitzende Susan Sziborra-Seidlitz. Einige wenige Austritte habe es aus politischen Gründen gegeben. Besonders viele neue Mitglieder habe die geplante Urwahl angelockt. Dabei sollen die Spitzenkandidaten für die Bundestagswahl im Herbst gewählt werden.

Das SPD-Parteibuch erhielten im vergangenen Jahr 158 neue Mitglieder. Die Zahl der Neueintritte erreichte damit nach Angaben von Parteisprecher Martin Krems-Möbbeck wieder das Niveau von 2014. Vor allem die Landtagswahl im März habe viele neue Mitglieder gebracht. Eine größere Zahl von Neueintritten in Wahljahren sei ein bekanntes Phänomen, sagte Krems-Möbbeck.

Die Partei beobachtete zudem einen "Trump-Effekt": nach der Wahl des Populisten zum neuen US-Präsidenten sei die Zahl der Neuzugänge besonders hoch gewesen. Zugänge und Abgänge, zu denen neben Austritten auch Todesfälle gehören, hätten sich 2016 in etwa die Waage gehalten. Die SPD in Sachsen-Anhalt hat rund 3440 Mitglieder.

Der Landesverband der Linkspartei ist 2016 geschrumpft. Ende November waren noch 3910 Menschen Mitglied der nach wie vor zweitgrößten Partei des Landes. 115 Neueintritten standen 148 Austritte gegenüber, wie Parteisprecherin Anke Lohnmann berichtete. Bereits im vergangenen Jahr waren mehr Mitglieder ausgetreten, als neue hinzugekommen.

Die CDU bleibt mitgliederstärkste Partei in Sachsen-Anhalt, ihre Zahl sank bis Ende November allerdings auf 6929. Das sind rund 150 weniger als zu Beginn des Jahres 2016. Nach Angaben von Landesgeschäftsführer Mario Zeising stehen 209 Neuaufnahmen 365 Abgänge gegenüber. 47 Austritte erfolgten aus politischen Gründen, 64 Mitglieder starben. Um neue Mitglieder zu gewinnen will die Partei künftig stärker auf soziale Medien im Internet setzen. Entscheidender Faktor sei aber auch nach wie vor der persönliche Kontakt vor Ort.

Den größten Zuwachs an Mitgliedern verzeichnete die AfD. Zum Jahreswechsel waren es 593, bei der Landtagswahl waren es nur 369 gewesen. Der Anstieg der Mitgliederzahlen verlaufe kontinuierlich, sagte Matthias Kleiser von der Landesgeschäftsstelle. Nach absoluten Zahlen bleiben die Rechtspopulisten aber die Landtags-Partei mit den wenigsten Mitgliedern.