Magdeburg l Sachsen-Anhalts Finanzminister André Schröder (CDU) wechselt seine Büroleiterin aus. Er begründete dies am Donnerstag damit, dass das Ministerbüro eine Schlüsselstelle sei. Eine dauerhaft erfolgreiche Arbeit sei dort „nur frei von sonstigen Belastungen  möglich“. Die Büroleiterin ist im Finanzministerium wenig gelitten.

Vorige Woche war bekannt geworden, dass Schröder und die Beamtin bei einer dienstlichen Flugreise in die USA die teure Business-Klasse genutzt hatten. Für die Reisekosten der Büroleiterin waren dem Land Kosten von rund 7000 Euro entstanden. Der Rechnungshof vertritt die Auffassung, dass der teure Flug für die Büroleiterin unzulässig ist. Die Landesregierung sieht das anders.

Vorwürfe nach 3000-Euro-Seminar

Zuletzt waren weitere Vorwürfe erhoben worden, etwa die Teilnahme der Büroleiterin an einem teuren Führungskräfteseminar. 
Schröder teilte am Donnerstag mit, die Beamtin habe für die Dienstreise nach Amerika einen Teilverzicht auf die Rückerstattung von Reisekosten erklärt – und zwar genau in der Höhe der Differenz zwischen Business- und der nächstkleineren Kategorie, der Economy-Class. „Dadurch entstehen dem Land bei der in Rede stehenden Dienstreise keine höheren Kosten, als sie bei der Handhabung in anderen Ressorts angefallen wären“, sagte der Minister. 

Bereits zuvor hatte er erklärt, künftig immer die günstige Economy-Class zu buchen. „Die Debatte hat mir geschadet“, räumte Schröder im Volksstimme-Gespräch ein. „Ich bedauere das und versuche, daraus Lehren zu ziehen.“ Er ergänzte: „Nicht alles, was rechtlich möglich ist, ist auch politisch opportun.“

Lesen Sie hier den Kommentar von Michael Bock zu Schröders Reise-Affäre.