Halle (dpa/sa) - Die vor rund sechs Monaten ins Leben gerufene Antirassismus-Kampagne des Landesnetzwerks Migrantenorganisationen in Sachsen-Anhalt (Lamsa) hat trotz der Corona-Pandemie Zuspruch gefunden. "Bis jetzt haben 135 Personen an zehn regelmäßig stattfindenden Online-Meetings teilgenommen", sagte Lamsa-Geschäftsführer Mamad Mohamad in Halle. Neben den virtuellen Treffen seien weitere digitale Formate in den vergangenen Monaten entwickelt worden. Unter anderem sei eine Facebook-Seite eingerichtet worden. Und demnächst solle ein digitaler Stadtrundgang durch Halle stattfinden, so Mohamad.

Interessierte könnten sich am 21. Oktober für zwei Stunden online auf die Suche nach Spuren der kolonialen Vergangenheit begeben und sich mit Rassismus im öffentlichen Raum auseinandersetzen, erklärte der Lamsa-Geschäftsführer. Das Format sollte ursprünglich an den Originalorten stattfinden.

Ziel der Kampagne sei es unter anderem, aktiv zu werden und Prozesse mitzugestalten. "Davon profitieren wir alle, ob mit oder ohne Migrationshintergrund", unterstrich der Lamsa-Geschäftsführer. Der Start in Zeiten von Corona sei aber schwierig gewesen. "Eine Kampagne ohne Öffentlichkeit wäre eigentlich zum Scheitern verurteilt, aber wir haben uns dafür entschieden, in die Offensive zu gehen", so Mohamad. Zudem habe die gesellschaftliche Debatte über Rassismus nach dem Tod des Afroamerikaners George Floyd bei einem brutalen Polizeieinsatz die Kampagne vorangetrieben.

Die Aktionen und Veranstaltungen werden den Angaben nach bislang aus eigenen Mitteln finanziert. Es gebe jedoch auch Kooperationen mit dem Dachverband der Migrantenorganisationen in Ostdeutschland. Im Rahmen der Kampagne seien unter dem Motto "Uns reicht's! Wir machen Rassismus sichtbar!" weitere Aktionen geplant - unter anderem eine Gedenkveranstaltung am 9. Oktober zum ersten Jahrestag des rechtsextremen und antisemitischen Terroranschlags von Halle.

Infos von Lamsa zur Antirassismus-Kampagne