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Nach zahlreichen Verletzungen: Kath kann beim 1. FC Magdeburg endlich wieder lachen

Obwohl Florian Kath mit seinen 26 Jahren noch lange nicht zu den alten Eisen unter Fußballern gehört, hat der Offensivspieler des 1. FC Magdeburg schon lange Leidenszeiten hinter sich. Umso größer ist seine Freude, beim derzeitigen Erfolgslauf des FCM mitwirken zu können.

Von Kevin Gehring
In den vergangenen Jahren war Florian Kath - hier links im Laufduell mit dem Duisburger Joshua Bitter - nach seinem eigenen Geschmack viel zu selten fit. Umso glücklicher ist der 26-Jährige über jeden Einsatz, den er beim FCM in diesen Wochen sammelt.
In den vergangenen Jahren war Florian Kath - hier links im Laufduell mit dem Duisburger Joshua Bitter - nach seinem eigenen Geschmack viel zu selten fit. Umso glücklicher ist der 26-Jährige über jeden Einsatz, den er beim FCM in diesen Wochen sammelt. Foto: Christian Schroedter

Magdeburg. Als Florian Kath vor einigen Wochen beim Auswärtssieg des 1. FC Magdeburg in Meppen (2:1) in der 25. Minute wüst abgegrätscht wurde, sind die Verantwortlichen des FCM, aber auch seine Mitspieler, vermutlich kurz zusammengezuckt. Zu viele langwierige Verletzungen hat der talentierte Offensivspieler hinter sich, als dass die Magdeburger in dieser Szene hätten ruhig bleiben können. Auch Cheftrainer Christian Titz fuhr kurz aus seiner Haut, tat seinem Unmut über das sehr harte Einsteigen lautstark kund. Die Ersatzspieler taten es ihm gleich, waren auch sofort aufgesprungen.

Zum Glück aber ging es für Kath weiter – zumindest bis zur Halbzeitpause. Als der Leihspieler des SC Freiburg in dieser ausgewechselt wurde und beim anschließenden Heimspiel gegen den VfB Lübeck (1:0) wieder nur auf der Tribüne saß, befürchteten viele FCM-Fans bereits die nächste längere Zwangspause für den leidgeprüften Kath. Doch diesem geht es gut, was er zuletzt mit Startelf-Einsätzen in Saarbrücken (3:0) und gegen den MSV Duisburg (3:2) nachgewiesen hat.

Kath hat viel Spaß auf dem Platz

„Es fühlt sich derzeit super an“, erzählt der Offensivspieler mit einem Grinsen im Gesicht. Zweimal binnen weniger Tage in der Startelf zu stehen, hätte er vor kurzem noch nicht für möglich gehalten, sagt Kath. Und dann noch ausgerechnet nach der langen Auswärtsfahrt ins Saarland, von der die Elbestädter erst 56 Stunden vor dem Duisburg-Heimspiel zurückgekehrt waren. „Man will als Fußballer immer spielen. Jetzt bin ich gerade am Zug, dass ich wieder auf dem Platz stehen darf, und das macht mir viel Spaß“, erzählt Kath.

Das sah nach seiner Rückkehr an die Elbe häufig ganz anders aus. Ein Beckenschiefstand hatte den Angreifer zuletzt im Frühjahr aus der Bahn geworfen. „Es war ja nicht der einzige Rückschlag, den ich hatte“, betont Kath. „Es waren die letzten Jahre, die nicht so gut liefen.“ Schon unmittelbar nach seiner erneuten Leihe zu den Blau-Weißen laborierte der Flügelspieler an muskulären Problemen, im November dann an einer Leistenverletzung.

Verletzungen als ständiger Begleiter

Dabei sollten Kaths Verletzungen nach seiner zweiten Leihe zum FCM endgültig der Vergangenheit angehören. Sie dürften der Hauptgrund dafür sein, warum der hochveranlagte Offensivspieler noch nicht den ganz großen Durchbruch geschafft hat. Zwar lief Kath in der Spielzeit 2017/18 stolze 24-mal für die Freiburger in der Bundesliga auf, doch warf ihn damals eine langwierige Bauchmuskelverletzung weit zurück. In Magdeburg sollte alles besser werden, sollte sein neuer Angriff starten.

„So ehrlich kann man sein: Ich hatte es mir natürlich etwas anders vorgestellt“, resümiert Kath seine zweite Zeit beim FCM. Dies hat allerdings nichts mit Verein oder Umfeld zu tun. „Ich hätte gerne viel mehr gespielt und wäre gerne viel länger fit gewesen“, erklärt er und verdeutlicht: „Am allermeisten ärgere ich mich persönlich darüber, wenn ich nicht auf dem Platz stehen kann.“

Jeder Einsatz als neue Motivation

Umso glücklicher ist der 26-Jährige, wenn es eben doch möglich ist, wenn er eben doch mit Schnelligkeit und feiner Technik in der Offensive wirbeln kann – so wie bei den jüngsten Auftritten. „Wenn ich auf dem Platz stehe und mit den Jungs spielen kann, dann macht es mir so viel Spaß, dass ich dann wieder die Motivation finde für eine Phase, in der es nicht so gut läuft“, erzählt er. Jene Phasen sollen beim sympathischen Baden-Württemberger aber vorerst der Vergangenheit angehören – zu wünschen wäre es dem Linksfuß in jedem Fall.

Wie genau seine Zukunft aussieht, dazu kann Kath noch wenig sagen. Der Leihvertrag des FCM mit dem Bundesliga-Klub aus dem Breisgau läuft zum Saisonende aus. „Ich muss im Sommer erst einmal die Vertragslage mit dem SC klären. Ich weiß noch nicht, was sie mit mir vorhaben“, erzählt er und fügt an: „Generell bin ich sehr gerne in Magdeburg und könnte mir vorstellen, länger hier zu bleiben.“ Bis dahingehend die Gespräche beginnen, hofft Kath idealerweise noch auf zwei weitere Drittliga-Startelf-Einsätze und -Siege für den FCM.