Magdeburg l Als Bennet Wiegert am Dienstag zum Training fuhr, war sein Hals ziemlich dick. Der SC Magdeburg-Trainer hatte sich aber nicht erkältet, sondern das Interview von Robert Weber im Handball-Podcast „Kreis Ab“ gehört.

Weber zweifelte an Motivation

Da hatte sich der Rechtsaußen über fehlende Rückendeckung beschwert und angesichts der zuletzt fehlenden Einsatzzeiten sogar daran gezweifelt, ob er die Kraft und Motivation findet, noch mal alles rauszuhauen. Letzteres kam natürlich bei den Verantwortlichen und Fans gar nicht gut an. Bei allem verständlichen Frust über die wenigen Spielminuten wird Weber vom Verein immer noch ordentlich bezahlt. Und die Fans kommen mit der Erwartung in die Halle, dass ihre Jungs alles geben.

Wiegert musste deshalb auf der Fahrt zur Halle alle möglichen Bestrafungsvarianten durchspielen. Aber er wurde beim Aussteigen schon von Weber erwartet. Dem war über Nacht auch klargeworden, dass er bei allem verständlichen Ärger jetzt über das Ziel hinausgeschossen war und die Unruhe keiner gebrauchen kann. Wiegert: „Bei uns geht es nicht um Robert Weber oder um Bennet Wiegert. Hier zählt nur die Mannschaft. Und unser Fokus ist eigentlich auf das Spiel in Berlin ausgerichtet.“

Strafe bleibt intern

Weil Weber sich für die unglücklichen Aussagen entschuldigt hat, macht Wiegert daraus aber kein Drama. Wiegert: „Im Frust rutschen einem auch mal paar Sätze raus, die man hinterher bereut. Passieren sollte das aber trotzdem nicht, weil dafür ist das Leistungssport und kein Breitensport. Aber er hat danach den richtigen Weg gewählt. Deshalb werden wir das intern sanktionieren.“

Teamerfolg steht obenan

Weber will zu diesem Thema künftig auch nichts mehr sagen. „Ich habe mit Bennet Wiegert und Marc-Henrik Schmedt alles geklärt. Von mir wird es künftig dazu keine Interviews oder Kommentare mehr geben. Da ist alles gesagt. Ich will deshalb kein Salz mehr in die Wunden streuen, sondern möchte jetzt Ruhe reinbringen. Der Teamerfolg steht obenan“, erklärte der 32-Jährige gegenüber der Volksstimme.

Seit neun Jahren geht Weber für den SCM auf Torejagd, ist inzwischen der beste Werfer in Magdeburgs Bundesligageschichte. Da wäre es ein Frevel, wenn das mit dem auslaufenden Vertrag am Saisonende mit einem dicken Zoff endet. Zumal der SCM mit sieben Siegen aus den ersten sieben Spielen so erfolgreich in die Bundesliga gestartet ist wie noch nie. Weber: „Wir sind eingespielt und als Mannschaft noch enger zusammengerückt.“ Und an diesem Gefühl will der Österreicher auch auf der Bank nicht mehr rütteln.

Vorfreude auf die Füchse

„Ich will das letzte Jahr in Magdeburg noch mal richtig genießen. Dass ich derzeit nicht so viel spiele, ist natürlich nicht schön für mich. Aber wenn die Mannschaft erfolgreich ist, muss ich mich hinten anstellen. Das ist nun einmal so im Sport. Aber wenn ich gebraucht werde, dann bin ich da“, verspricht Weber und freut sich schon auf das Spiel bei den Füchsen in Berlin. Dort trug er im März mit 14 Toren zum Sieg im Pokal-Viertelfinale bei.

Tore, die beim SCM auch keiner vergessen hat. Tore, die sich beim SCM aber auch jeder wieder wünscht und erhofft. Wiegert: „Unsere Saison ist noch sehr lang. Wir haben noch nicht mal ein Viertel gespielt. Und ich habe es deshalb schon einige Male gesagt, dass wir deshalb froh sind, auch Robert Weber im Team zu haben.“ Und für den gibt es ja wohl nichts Schöneres, als sich mit einem Titel zu verabschieden. Meinung

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