Gommern l Gegen halb neun hat Klein Oschersleben die lebenserhaltenden Maßnahmen am Patienten Hoffnung eingestellt. „Lasst uns unter zehn bleiben“, gab Trainer Mathias Engelhardt seinen Schützlingen in einer Auszeit mit auf dem Weg. Sein Team aber fand in den letzten sechs Minuten nicht zur geforderten Marschroute und verpasste die Grenze der Gegentreffer, nach der eine Pleite auch das Prädikat „deutlich“ tragen darf. Was also für einen mühelosen Erfolg des SV Eintracht sprach, war in Wahrheit ein langer Weg, den die Gastgeber beschreiten mussten. SVE-Trainer Sebastian Munter mutmaßte: „Bleiben wir bis zum Ende im Spiel Sechs-gegen-Sechs, geht es richtig knapp aus. Klein Oschersleben ist keine Laufkundschaft, sondern hat sich weiterentwickelt. Zum Glück kamen wir im Gegenstoß und über die zweite Welle zu einfachen Treffern, dadurch ist es am Ende deutlich geworden.“ So oder so war die Erleichterung nach dem ersten Saisonsieg groß.

In der Anfangsphase schien sich jedoch die Geschichte der Auftaktniederlage vor einer Woche zu wiederholen. Bis zum 6:3 (15.) hatten die Gastgeber den besseren Start unter zwei verhaltenen Teams erwischt. Anschließend schlichen sich jedoch Fangfehler und andere Blackouts ein, die den Gegner zurück ins Spiel brachten (6:6/18.). Nur mühsam konnte sich die Eintracht absetzen, den LSV aber längst noch nicht abschütteln.

Das änderte sich nach Wiederbeginn, als Jonas Wucherpfennig zwischen die SVE-Pfosten rückte und den Gästen nach und nach mit seinen Paraden den Zahn zog. Vorn kam die Eintracht ins Laufen und zu angesprochenen einfachen Treffern, wobei mit dem 20:12 durch Frank Liebich (45.) die Entscheidung gefallen war. Und so konnten anders als zum Auftakt auch die Neuen im Team glänzen. „Vor allem Michael Reis muss man lobend hervorheben. Was er mit seinen 17 Jahren am Kreis veranstaltet, ist aller Ehren wert“, so Munter. Auch die beiden Zugänge im Rückraum, Timo Bleeck und Joris De Vries, traten aus dem Schatten des blassen Debüts in der Vorwoche hervor und sollen wie das gesamte Team an die gezeigte Leistung anknüpfen. Die Gommeraner Hoffnung dürfte nämlich in der zweiten Hälfte vom Sonnabend ziemlich viel neue Nahrung erhalten haben.

Gommern: Pfahl, Jo. Wucherpfennig, Hartung – Schröder (1), Wolter, Prokop (2), Schäde (3/1), Reis (1), Bleeck (2), De Vries (2), Liebich (7), Ja. Wucherpfennig (7), Alsleben (1), Lindner (3/1)

Klein Oschersleben: Ruß, R. Bloch – H. Bloch, Garnatz, Hohlfelder (4), Dedecke (4/1), Sommer, Kopper (1), Römer, Pohl (2), Oschim, Langenbeck (3), Suttner (4/2)

Siebenmeter: SVE 2/2 – LSV 4/3; Zeitstrafen: SVE 5 – LSV 2