Halberstadt l Regionalligist Germania Halberstadt hat die Hinrunde sportlich mit einem 4:0-Heimsieg beendet. Da gibt es kaum etwas zu beanstanden. Richtig zufrieden war Trainer Andreas Petersen nach Abpfiff im Friedensstadion aber nicht. Er monierte die unbefriedigende Zuschauerzahl und den fehlenden Respekt einiger Besucher.

Das 4:0 gegen den FSV Luckenwalde wollten lediglich 322 Zuschauer im Friedensstadion erleben – das war Negativrekord der bisherigen Saison. Schon im Stadionheft hatte „Gerri“ vom VfB Germania Halberstadt wohl eine dunkle Vorahnung: „Am ersten Tag der ‚Weihnachtshöfe‘ in der Altstadt wird es wohl nur zu einem spärlichen Besuch reichen.“ – Er sollte Recht behalten.

Petersen lässt Dampf ab

Argumente, die gegen eine bessere Zahl sprechen – wie kalter Dezemberabend, unattraktiver Gegner oder eben Weihnachtsmärkte im Harz wollte Andreas Petersen nicht gelten lassen. Er, der vor jedem Spiel bewusst an die Fans und Leute im Harzkreis appelliert, seine Elf zahlreich zu unterstützen, kennt natürlich die seit Jahren bekannte „Problematik“, dennoch ließ er dieses Mal bei der Pressekonferenz seinem Unmut freien Lauf: „Am Sonntag ist 1. Advent – da kommen Oma und Mutti zu Besuch: Wer möchte, sucht sich zu jedem Heimspiel eine Ausrede. Ich bin sehr erbost und verärgert über die Unterstützung dieser Mannschaft. Seit eineinhalb Jahren nimmt sie eine tolle Entwicklung. 22 Punkte als Aufsteiger in die Regionalliga sprechen Bände. Nein, wir sind nicht die Krösusse, aber wenn ich hier einige sehe, dann wird mir schlecht.“

Mit letzter Aussage sprach er dann einige wenige Störenfriede an, die die Pressekonferenz vor sich hin murmelnd störten und den Puls des 57-Jährigen noch weiter ansteigen ließ. Die Situation spielte Petersen in die Karten, wurde er doch damit indirekt in seiner Meinung bestätigt: „Wir sind keine Pausenclowns, man sollte uns Trainer, das Team und den Verein mit Respekt und Anerkennung begegnen. Wer kein Interesse hat, kann raus gehen. Ich bin maßlos enttäuscht.“

Wirt springt in die Bresche

Heinz Gevatter, seit Jahren für den Ausschank im Stadion verantwortlich und mit dem ganzen Herzen beim VfB Germania Halberstadt dabei, unterstützte die Meinung. Er monierte dabei, dass der Verein in der öffentlichen Berichterstattung nicht ausreichend vertreten sei. Zudem appellierte er an die eigenen Reihen. So sollen doch auch Eltern und Großeltern der zahlreichen Juniorenteams den Weg ins Friedensstadion finden. „Beim FCM geht jeder, der mit dem Verein zu tun hat, zu den Heimspielen“, zog er den Vergleich zum „großen Bruder“ in Magdeburg.

Die, die den VfB (seit Jahren) unterstützen, wollte Petersen mit seiner Brandrede indes nicht vor den Kopf stoßen, darum relativierte er später: „Der Dank gilt natürlich denen, die tagtäglich alles für den Verein tun, ihn in jeglicher Weise unterstützen. Wir müssen uns hier alles hart erarbeiten. Germania ist dabei auf einem guten Weg. Wir brauchen jede Unterstützung. Wer Interesse hat, ist herzlich eingeladen mitzumachen. Denn sportlich wir es noch ein harter Kampf in der Rückrunde. Wer weiß, was in der 3. Liga passiert. Machen Sie sich mal Gedanken“, wünschte er abschließend noch eine schöne Adventszeit.