Magdeburg l Die in den 1970er Jahren erbaute, 1056 Qudratmeter große Sporthalle des ehemaligen Humboldtgymnasiums in der Nachtweide 68 ist gesperrt. Mitarbeiter der seit 2015 dort ansässigen „Neuen Schule Magdeburg“, einer Gemeinschaftsschule mit inklusiver Ausrichtung von der 5. bis zur 13. Klasse, stellten Risse im Bauwerk fest, veranlassten die baupolizeiliche Sperrung der Sporthalle.

Schüler und Sportler betroffen

Betroffen davon sind neben den Schülerinnen und Schülern der „Neuen Schule“ die Handballer und Tischtennis-Spieler des TuS 1860 sowie Tennisspieler des MTV Einheit und andere Sportgruppen, wie der SV Olvenstedt und die Berufsfeuerwehr.

Die „Neue Schule “ und deren Trägerverein, eine gGmbH, ist Betreiber der Sporthalle, doch hat der Fachbereich Schule und Sport der Landeshauptstadt ein gewichtiges Wort bei der Belegung der in die Jahre gekommenen Halle mitzureden. Zuvor nutzten die Neustädter bis zum Jaher 2008 eine kleine Halle auf ihrem Vereinsgelände, zu deren Errichtung sie Ende der 1970er Jahre 440.000 DDR-Mark an Eigenleistung beitrugen.

Gesundheit im Mittelpunkt

„Natürlich steht die Gesundheit im Mittelpunkt, werden wir kein Risiko eingehen“, so André Willms vom zuständigen Fachbereich Schule und Sport der Stadtverwaltung.

Um die 15 außerschulische Sportgruppen seien von der Schließung wegen der drohenden Absenkung der Sporthalle betroffen und woanders unterzubringen. „Wir versuchen unser Bestes, doch kann es schon mal zu Härtelfällen kommen“, so Willms, der davon ausgeht, dass die Halle mindestens bis zum Dezember geschlossen sein wird.

Der bald 40 Jahre alte Bau gegenüber vom Zoo stellt schon lange kein Schmuckstück dar. Bis auf die Erneuerung des Sanitärbereiches und die Umstellung der Fernwärmeversorgung ist in den vergangenen Jahren nicht viel passiert.

Ist eine Ertüchtigung machbar?

„Wir müssen sehr gewissenhaft und unter Abwägung der finanziellen Möglichkeiten prüfen, ob eine Ertüchtigung möglich ist und Sinn macht“, sagt Willms. In der Diskussion war zwischenzeitlich auch eine Zwei-Felder-Schulsporthalle in der Pablo-Neruda-Straße im Zusammenhang mit dem Umzug der Leibnizschule.

TuS hofft auf Neubau an Zielitzer Straße

TuS-Präsident Tino Beyer hofft indessen, dass zeitnah eine Drei-Felder-Halle auf dem Schotterplatz an der Zielitzer Straße entsteht. Beyer: „Da das geplante Projekt in der Pablo-Neruda-Straße wohl schon wieder gekippt ist, wäre das eine gute Lösung für alle Beteiligten. Für uns als Verein und natürlich auch die Schulen in der Nähe. Ich gehe davon aus, dass dieses aktuelle Projekt letztlich umgesetzt wird und bis dahin gar nicht mehr so viel Zeit vergeht. Wir wurden jedenfalls schon aufgefordert, entsprechende Fördermittel zu beantragen.“

Mit dem Bau einer Halle direkt an der Zielitzer Straße würde TuS auch noch ein anderes Problem lösen, das der Vereinsgaststätte. Die jetzige soll neu verpachtet werden. Beyer: „Mit dem Hallenbau könnte das nur für zwei Jahre geschehen, dann müsste das alte Gebäude verschwinden, käme die neue Gastronomie in die Halle.“