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Handball SCM-Profi Zehnder wirft nach einem Jahr Leidenzeit wieder Tore

Nach 370 Tagen Zwangspause meldet sich der Schweizer Manuel Zehnder rechtzeitig zur EM fit. Auch Nikola Portner kehrt bei den Testspielen der Eidgenossen zurück auf die Platte.

Von Lukas Reineke Aktualisiert: 12.01.2026, 20:05
Bei der EM 2024 schieden Manuel Zehnder – hier gegen Nordmazedonien – und die Schweiz ohne Sieg nach der Vorrunde aus. Allerdings überraschten die Eidgenossen mit einem 26:26 gegen den späteren Europameister Frankreich.
Bei der EM 2024 schieden Manuel Zehnder – hier gegen Nordmazedonien – und die Schweiz ohne Sieg nach der Vorrunde aus. Allerdings überraschten die Eidgenossen mit einem 26:26 gegen den späteren Europameister Frankreich. Foto: IMAGO/Maximilian Koch

Winterthur/Magdeburg - Manuel Zehnder hat 370 Tage an seinem Comeback gearbeitet. Nun ist die Leidenszeit für den Rückraumspieler des SC Magdeburg vorbei. Der 26-Jährige kehrte beim EM-Vorbereitungsturnier in Winterthur auf die Platte zurück und verhalf der Schweiz mit zehn Toren in zwei Begegnungen zum Sieg beim Yellow Cup.

„Was für ein Gefühl. Ein Jahr harte Arbeit hat sich heute endlich bezahlt gemacht“, schrieb Zehnder nach dem 38:27 zum Turnierauftakt am 8. Januar gegen die Ukraine bei Instagram. Mit acht Toren war er neben Luka Maros bester Werfer der Partie. „Am Anfang habe ich fast etwas überpaced und zu viele Würfe genommen. Aber ich fühlte mich von Beginn an gut“, sagte Zehnder dem SRF.

Schwere Knieverletzung im Januar 2025

Mit dem Comeback beim Yellow Cup schloss sich für Zehnder ein Kreis. Bei eben jenem Turnier verletzte er sich an selber Stelle am 3. Januar 2025 schwer. Im WM-Testspiel gegen Italien riss er sich das Kreuzband, das Innenband und den Meniskus im linken Knie. Er verpasste damit nicht nur die Weltmeisterschaft, sondern kam auch im gesamten Kalenderjahr nicht für den SCM zu Einsatz.

„Es ist schön, nach einem Jahr wieder spielen zu können, und dann auch noch genau hier“, sagte Manuel Zehnder nach seiner Rückkehr. „Ich hatte mir vorgenommen, zu 100 Prozent wieder dort weiterzumachen, wo ich vor einem Jahr gezwungen war aufzuhören. Ich bin froh, dass es so gut funktioniert hat, werde jetzt aber genügend Zeit für die Regeneration aufbringen.“

Eidgenossen-Trainer Andy Schmid schonte ihn daher am nächsten Tag beim 33:30 gegen Bahrain. Zum Abschluss war Zehnder, der den SCM im Sommer nach zwei Jahren Richtung GOG Svendborg verlassen wird, beim 29:29 gegen Nordmazedonien zweimal erfolgreich.

Portner mit 15 Paraden beim Comeback

Doch das Comeback von Zehnder war nicht das einzig Positive aus Magdeburger Sicht. Auch Nikola Portner konnte sich erstmals nach dem Ablauf seiner Sperre wieder auf der Platte beweisen. Zwar stand der Keeper im Dezember schon zweimal im SCM-Spieltagskader, blieb dabei aber jeweils ohne Einsatz. Und so durfte der 32-Jährige erstmals seit dem 9. August, als der SCM das Testspiel beim BSV Bern mit 40:25 gewann, wieder sein Können unter Beweis stellen. Mit 15 Paraden (37 Prozent) zeigte er, dass er trotz 152 Tagen Pause nichts verlernt hat. „Ich bin überglücklich darüber, wie es gelaufen ist“, erklärte Portner dem SRF. Allerdings ergänzte der Schweizer Kapitän: „Im Training und körperlich fühle ich mich sehr gut, da kann ich mich gar nicht beklagen. Aber ein Spiel lässt sich im Training nicht simulieren, mir fehlt noch etwas der Rhythmus.“

Nikola Portner stand zuletzt am 9. August 2025 beim SCM-Testspiel in Bern zwischen den Pfosten. Gegen die Ukraine gab der Schweizer Kapitän sein Comeback
Nikola Portner stand zuletzt am 9. August 2025 beim SCM-Testspiel in Bern zwischen den Pfosten. Gegen die Ukraine gab der Schweizer Kapitän sein Comeback
Foto: IMAGO/DeFodi Images

Daran arbeitete Portner, der trotz Vertrag bis 2027 mit einem Wechsel nach Ungarn zu Pick Szeged in Verbindung gebracht wird, gegen Bahrain und Nordmazedonien mit fünf beziehungsweise acht abgewehrten Bällen.

EM-Hauptrunde ist das Ziel

Pünktlich zur Europameisterschaft zeigen sich Zehnder und Portner damit wieder in guter Form. Die werden sie auch brauchen, um zum zweiten Mal und erstmals seit 2004 die EM-Hauptrunde zu erreichen. Die Vorrundengegner in Oslo haben es in sich. Zum Auftakt geht es gegen die Färöer (16. Januar). Es folgen Duelle mit Slowenien (18. Januar) und Montenegro (20. Januar). „Ich hoffe, dass wir eine sehr, sehr gute EM spielen. Auch, damit wir gute Chancen haben, um uns für die WM zu qualifizieren. Bei diesen Events vertreten zu sein, ist für die Entwicklung des Handballs bei uns enorm wichtig – auch im Hinblick auf das Heimturnier 2028“, sagt Portner auf der SCM-Website: „Aber wir müssen das Schritt für Schritt machen.“

Den ersten Schritt haben Zehnder und Portner mit ihren erfolgreichen Comebacks bereits gemacht.