Mr. Hammond, Sie sind im Mai wieder auf Tour, kommen am 13. Mai auch nach Magdeburg – wie fühlt sich das an?

Albert Hammond: Es ist einfach großartig. Ich habe Anfang der 80er Jahre aufgehört, auf der Bühne zu spielen, um für meine Familie da zu sein. Als meine beiden Töchter geboren wurden, habe ich den Fehler begangen, auf Tour und Promotion zu gehen, das heißt, ich konnte nicht viel Zeit mit ihnen verbringen. Als Albert jr. geboren wurde, da habe ich begonnen, dies zu verändern und wirklich als Vater da zu sein, und es hat unglaublich viel Spaß gemacht, ihn aufwachsen zu sehen.

30 Jahre später spielte mein Sohn mit seiner Band „The Strokes“ im Madison Square Garden in New York, und ich war beeindruckt, ein glücklicher Moment. Und ich sagte mir, da möchte ich auch wieder hin, auf die Bühne zu meinen Fans, die Songs und das Publikum spüren. Und es ist einfach toll – ich bin sehr glücklich, wieder spielen zu dürfen, und freue mich auf mein Publikum.

Auf Ihrem Tourneeplan stehen wie Magdeburg viele mittelgroße Städte, hat das einen besonderen Grund?

Hammond: Ja, gerade in diesen Städten bekommen wir ein gewaltiges Feedback von den Fans, sie freuen sich, dass ich zu Ihnen komme – in ihre „kleine Stadt“. Es wäre leicht auch in Berlin, Frankfurt, München oder Hamburg zu spielen, aber gerade die mittelgroßen Städte machen einen Unterschied, es gibt hier eine unglaubliche Herzlichkeit vom Publikum, daher habe ich meine erste Live CD überhaupt auch der Stadt Wilhelmshaven zugeschrieben. Meine Show in Wilhelmshaven war einfach hundertprozentig. Eine Stadt, die wahrscheinlich nicht viele Leute kennen, aber es war ein unvergleichbares Erlebnis dort gewesen zu sein. Wir freuen uns gerade, in diesen Städten und natürlich auch in Magdeburg spielen zu dürfen. Ich erinnere mich noch, dass wir hier auch unglaublich gefeiert wurden. Wir möchten nun etwas zurück geben.

Gibt es Unterschiede zwischen einem Konzert in den 70er Jahren und der aktuellen Show?

Hammond: Ja, natürlich, denn damals war ich ja ein ganz junger Kerl, hatte nahezu keine Erfahrung. Heute fällt es mir leichter, auf die Bühne zu gehen. Ich habe einen unvergleichbaren Schatz an Liedern, auf die ich zurück greifen kann. Lampenfieber habe ich heute auch noch, aber ich denke, meine Band und ich haben eine Show, die das Publikum mitnimmt auf eine Zeitreise durch die Musik, meine Musik, und es gelingt mir, sie zwei Stunde in eine andere Welt zu entführen.

Sind Sie der Meinung, dass Musik etwas bewirken kann?

Hammond: Ja, definitiv. Musik ist eine einmalige Kunst – sie bringt uns zum Träumen, sie lässt uns hoffen, bringt uns sogar zum Lachen, und das ist sehr wichtig. Wichtig ist es auch, die Füße auf dem Boden zu behalten. Sterne gibt es nur im Himmel. Ich bin nur ein normaler Typ, der gerne singt, auftritt und die Menschen unterhält. Das ist alles, was ich bin – ich bin kein Star.

Sie haben so viele weltbekannte Künstler mit Hits versorgt wie Tina Turner, Joe Cocker, Whitney Houston, Johnny Cash, Roy Orbison – wie sehen Sie die aktuelle Musikszene?

Hammond: Jede Zeit hat ihre Musik, und es gibt gute und nicht so gute Geschichten, das war in den 60ern so, in den 70ern und 80ern. Ich denke, es ist sehr wichtig sich zu öffnen, zuzuhören – wir leben alle in der gleichen Welt, und Musik ist etwas Besonderes! Musik ist ein Schatz, der uns Hoffnung gibt, und das versuche ich auch mit meinen Konzerten, hier kommen ja auch jüngere Leute.

Sie sind musikalischer Autodidakt.

Hammond: Ja, das stimmt ich habe keine Notenkenntnisse. Als ich neun Jahre alt war, hat mir mein Friseur drei Gitarrenakkorde beigebracht: A, D und E. Damit spielte ich dann Buddy-Holly-Songs nach, das war der Anfang und dann haben mich diese drei Akkorde um die Welt gebracht.

Wie schreibt man einen Hit, haben Sie ein Erfolgsgeheimnis?

Hammond: Nein sicher nicht, das hat wahrscheinlich keiner. Ein Song muss klar sein, er muss die Menschen berühren – ihnen etwas vermitteln, das zeichnet einen guten Song aus, und dann hat er die Chance, vom Publikum gemocht zu werden. Das Publikum muss den Song lieben, und dann setzt eine Art Schneeballsystem ein. Der eine erzählt es dem anderen usw. Dann wird aus einem gelungen Song vielleicht auch ein Hit, aber vorhersagen kann das keiner.

Mit 360 Millionen verkauften Platten hat man doch sicherlich finanziell ausgesorgt, sie spielen trotzdem noch live?

Hammond: Geld ist nicht der Faktor. Ich liebe meine Kunst und möchte sie vermitteln im Kontakt mit dem Publikum. Ich denke das Publikum merkt dies auch in den Konzerten, wir spielen weil es uns Freunde macht und wir möchten auch dem Publikum dieses vermitteln.

Sie sind ein großer Star in Spanien und Lateinamerika – es gibt nicht viele Interpreten, die zwei so ganz unterschiedliche Karrieren haben.

Hammond: Ja das stimmt, ich glaube, ich bin fast der Einzige. Das ist meiner spanischen Seele zu verdanken, ich bin in Gibraltar aufgewachsen, und natürlich gibt es hier starke spanische Bezüge. Meine spanischen Songs sind in der Regel etwas romantischer, die englischen Songs verkörpern mehr Rock ’n’ Roll.

Sie sind jetzt 73! Gibt es da noch Zukunftspläne?

Hammond: Natürlich! Ich habe noch viel vor, aber zuerst diese Tour, auf die ich mich sehr freue!

Am Sonntag, 13. Mai, ist Albert Hammond im Alten Theater Magdeburg live zu erleben. Los geht es um 18 Uhr, Eintrittskarten gibt es bei biber ticket.