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Unmut über Baumfällungen Vorschlag von Naturschützer: Braucht Halberstadt einen Artenschutzfachmann?

Fehlen in Halberstadt Artenschutzprüfungen vor Baumfällungen? Ein Naturschützer erhebt Vorwürfe und fordert eine feste Fachkraft. So reagiert die Stadt.

Von Johanna Ahlsleben 03.03.2026, 18:45
 Vögel verlieren in Halberstadt Lebensraum, da Bäume gefällt werden. Ein Naturschützer macht einen Vorschlag.
Vögel verlieren in Halberstadt Lebensraum, da Bäume gefällt werden. Ein Naturschützer macht einen Vorschlag. Foto: Matthias Tietz

Halberstadt. - Braucht Halberstadt einen Artenschutzbeauftragten? Wenn es nach Knut Ballhause von der Naturschutzgruppe Halberstadt geht, lautet die Antwort ja. Denn Vögel verlieren immer mehr Lebensraum.

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Er verstehe, dass Bäume gefällt werden müssen. Dennoch: „Ich habe Nachforschungen angestellt und zwar ist es so, dass in Halberstadt vor den Baumfällungen generell im Prozess nicht verankert ist, die Bäume artenschutzrechtlich zu untersuchen“, berichtete er dem Stadtrat.

Naturschützer kritisiert fehlende Prüfung vor Baumfällungen

„Das Problem, was ich sehe, ist, dass es gang und gäbe ist diese Prüfungen nicht zu machen“, fügte er hinzu. Diese Untersuchung erfolge nur im Zweifelsfall oder wenn ein Baum stadtbildprägend sei und man sicher sei, dass sich ein Tier darin befinde. Daher möchte er wissen, wann das Prozedere geändert werde und ein Experte die Bäume vorher betrachtet. „Das nicht zu tun, ist kein Fehler oder Kavaliersdelikt, das ist strafbar“, so Ballhause.

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Jens Klaus, Fachbereichsleiter Bürgerservice, möchte das Anliegen zunächst verwaltungsintern diskutieren. Sollte es eine einheitliche Meinung geben, könnte der Vorschlag im Stadtrat diskutiert werden.

Darüber hinaus macht Ballhause einen weiteren Vorschlag: Statt einem Entsiegelungsfachmann solle lieber ein Artenschutzfachmann eingestellt werden, der sich auch um die Entsiegelung von Flächen in der Stadt kümmere.

Verwaltung in Halberstadt: „Wir nehmen das Thema ernst“

Doch das wird nichts, antwortet Fachbereichsleiter Thomas Rimpler. Der Grund: Die Stelle laufe über ein Förderprogramm und das sei nur ausschließlich für das Thema Entsiegelung. „So wichtig, wie der Artenschutz ist, können wir das aber nicht diesem Menschen aufbürden“, sagte er. Zumal er andere Qualifikationen haben dürfte.

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Rimpler betonte zudem, dass Landes- und Bundesgesetze beachtet werden. Er sieht ein, dass vor der Fällung nach Tieren geschaut werden müsse. „Wir nehmen das Thema ernst“, sagte er.