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Das ist 2026 Theater Magdeburg Auszeichnungen, künstlerischer Aufbruch und Perspektiven

Generalintendant und Operndirektor Julien Chavaz spricht über Anerkennung fürs Theater Magdeburg – und darüber, wie Magdeburg weiter zur lebendigen Kulturstadt wachsen kann.

Von Martin Prinz 04.02.2026, 07:20
Im Opernhaus des Theaters Magdeburg hat Generalintendant Julien Chavaz sein Büro.
Im Opernhaus des Theaters Magdeburg hat Generalintendant Julien Chavaz sein Büro. Foto: Martin Rieß

Magdeburg. - Ein neues Jahr hat begonnen. Die Magdeburger Volksstimme fragt bei Organisationen, Institutionen und Einrichtungen in Magdeburg nach. Heute: Julien Chavaz, Generalintendant und Operndirektor des Theater Magdeburg. Für Chavaz war 2025 ein Jahr, „das man sich kaum hätte besser ausmalen können“.

Theater Magdeburg: Ein Jahr der Ehrungen und Einladungen

„2025 war ein fantastisches – fast unglaubliches – Jahr der Wertschätzung und Ehrung unserer Arbeit“, sagt Julien Chavaz. Inszenierungen des Theaters Magdeburg wurden zum Berliner Theatertreffen, zum Heidelberger Stückemarkt sowie zu den „Autor:innenTheaterTagen“ am Deutschen Theater Berlin eingeladen. Hinzu kamen hochrangige Auszeichnungen: der Martin-Linzer-Theaterpreis und die Kür zum „Theater des Jahres“ durch die Fachzeitschrift "Theater heute".

Julien Chavaz ist Generalintendant des Theaters Magdeburg.
Julien Chavaz ist Generalintendant des Theaters Magdeburg.
Foto: Martin Rieß

Einen besonderen Höhepunkt bildete das neu gegründete Festival „eXoplanet #1 – Tage für neues Musiktheater Sachsen-Anhalt“, das im Rahmen der Verleihung des Deutschen Theaterpreises „Der Faust“ mit dem Perspektivpreis der Länder ausgezeichnet wurde.

Für Chavaz ist dabei eines zentral: „Diese beeindruckende Auflistung wäre ohne die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter dieses Hauses nicht möglich gewesen.“ Ob sichtbar auf der Bühne oder im Hintergrund – Theater sei immer Teamarbeit. „Ich bin stolz darauf, mit Menschen zu arbeiten, die Tag für Tag mit Hingabe, Professionalität und Kreativität die Magie des Theaters möglich machen.“

Wie das Theater Magdeburg seine Arbeit verbessern kann

Trotz des Ausnahmejahres sieht der Generalintendant auch Entwicklungspotenzial. In einem so komplexen Betrieb wie einem Theater ließen sich Abläufe nicht immer perfekt steuern. „Manche Prozesse hätten reibungsloser laufen können, und an einigen Stellen hätten wir uns eine noch nachhaltigere Nutzung unserer Ressourcen gewünscht“, sagt Chavaz.

Der wichtigste Rückschluss: Transparenz, frühzeitige Kommunikation und ein enger Austausch zwischen allen Abteilungen seien entscheidend für die Weiterentwicklung des Hauses.

Das sind künstlerische Höhepunkte 2026 in Magdeburg

Der Blick nach vorn ist geprägt von Vorfreude. Besonders ans Herz gelegt ist Chavaz die selten gespielte Oper „Leben mit einem Idioten“, bei der er selbst Regie führen wird. Die Magdeburger Erstaufführung ist als groteskes Theaterspektakel angelegt und wird anschließend an die Opéra national de Lorraine in Nancy weiterreisen.

Ein emotionaler Moment steht mit Arnold Schönbergs „Pierrot lunaire“ bevor: Mit dem Melodram verabschiedet sich Kammersängerin Undine Dreißig vom Publikum. Als großer Publikumsmagnet ist zudem das Musical „Oklahoma!“ geplant, das beim DomplatzOpenAir 2026 den Wilden Westen nach Magdeburg bringt. Details zur Spielzeit 2026/27 hält Chavaz noch bewusst unter Verschluss.

Magdeburg als Magnet für junge Kunst

Für das neue Jahr formuliert der Generalintendant ein klares Ziel: Magdeburg soll ein Anziehungspunkt für junge Künstler aus allen Sparten werden. „Wir wollen das Theater Magdeburg als Sprungbrett für die nächste Generation etablieren“, sagt er – für Regisseure, Komponisten, Musiker, Tänzer und Schauspieler gleichermaßen.

Darüber hinaus soll das Haus nachhaltiger werden. In Zusammenarbeit mit Otto pflanzt! wolle man nicht nur kulturell, sondern auch ökologisch Impulse setzen und Magdeburg ein Stück grüner machen.

Kulturbranche zwischen Druck und kreativer Energie

Die Lage der Branche beschreibt Chavaz als herausfordernd. Steigende Kosten, hohe Erwartungen an Diversität und Nachhaltigkeit sowie die langfristige Publikumsbindung verlangten den Häusern viel ab. Gleichzeitig sei die kreative Energie enorm.

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„Theater bleiben Orte des gesellschaftlichen Dialogs, der emotionalen Erfahrung und der künstlerischen Erneuerung“, sagt er. Diese Kraft gelte es zu stärken – auch bei knappen Ressourcen.

Vertrauen der Stadt und Wünsche für die Zukunft

Dankbar zeigt sich Chavaz für das Vertrauen der Stadt Magdeburg, die seinen Intendantenvertrag bis zum Ende der Spielzeit 2031/32 verlängert hat. „Das eröffnet uns mehr Raum zum Träumen“, sagt er.

Von der Stadtpolitik wünscht er sich vor allem Verlässlichkeit, langfristige Planungssicherheit und den Mut, kulturelle Infrastruktur als Teil der Daseinsvorsorge zu begreifen. „Kultur braucht stabile Rahmenbedingungen, um kreativ, vielfältig und zugänglich zu sein.“

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Sein Wunsch für Magdeburg ist grundsätzlicher Natur: „Neugier, Offenheit und die Kraft, sich als lebendige, vielfältige Kulturstadt weiter zu entfalten.“