Zoo Magdeburg

Wildhunde toben im Africambo umher

Tierisch nah im Zoo Magdeburg: Wir schauen Pflegern über die Schulter und stellen tierische Bewohner vor. Heute: die Wildhunde.

Von Anja Guse 17.03.2018, 00:01

Magdeburg l Wenn sich Tierpfleger Michael Banse im Zoo Magdeburg der Anlage Africambo II nähert, wird es im Gehege der afrikanischen Wildhunde hektisch. Dann springen und jaulen Rüde Sam und die Hündinnen Rene und Alice vor Freude um die Wette. Denn wenn Michael Banse vorbeikommt, bedeutet dies meist: Es gibt Futter. Am liebsten fressen sie Rindfleisch, nagen gern auch mal am Knochen.

Die drei afrikanischen Wildhunde kamen aus einem ukrainischen Zoo und leben seit Ende September 2017 im Zoo Magdeburg in direkter Nachbarschaft zu den Elefantendamen Mwana und Birma. Fast könnte man meinen, sie leben gemeinsam mit den Dickhäutern in einem Gehege. Doch das ist nicht so. Die Illusion entsteht durch die geschickte Anordnung von Gräben und niedrigen Begrenzungen zwischen den Wildhunden und den Elefanten.

Am 19. Januar 2018 erkundeten die Elefantendamen erstmals ihr großes Außengelände, sahen bei dieser Gelegenheit auch zum ersten Mal die drei lebhaften Wildhunde. Während Mwana und Birma die neuen Nachbarn mit abgespreizten Ohren, lautem Tröten und dem Umherwerfen von Sand versuchten einzuschüchtern, antworteten die drei afrikanischen Wildhunde mit Jaulen und aufgeregtem Hüpfen.

In freier Wildbahn gibt es geschätzt nur noch etwa 1400 fortpflanzungsfähige Wildhunde. Dem Bestand setzen Wilderei, aber auch die Ausbreitung von Krankheiten wie Staupe und Tollwut, die durch den Kontakt mit Haustieren eingeschleppt werden, zu. Der Zoo Magdeburg möchte mit dem Aufbau einer Zucht einen Beitrag leisten, diese Tierart in menschlicher Obhut zu erhalten.

Wildhunde graben sich in freier Natur einen Erdbau. Dieser dient dem Rudel als Schlafquartier und Kinderstube. Im Magdeburger Zoo dagegen verbringen Sam, Rene und Alice, die nur ein sehr dünnes Fell haben, die frostigen Nächte im beheizten Stall. Eisige Kälte mögen sie nämlich gar nicht. Allerdings könnten sie sich auch einen Erdbau graben. Ob sie diese Möglichkeit nutzen, wird sich im Sommer zeigen.

In den vergangenen Wochen besuchten wir im Zoo Magdeburg bereits: