Magdeburg l Ja, es ist ein Flaschenkind. Der kleine Bulle, den Giraffe Shani überraschend am Sonnabend im Zoo Magdeburg – passend zum Kindertag – zur Welt gebracht hat, wird nun tatsächlich per Hand gefüttert. Das ist notwendig, weil Shani ihren ersten Nachwuchs nicht richtig annimmt.

Etwa sechs bis sieben Mal wird dem Kleinen pro Tag die Nuckelflasche mit Spezialmilch gereicht, erklärte eine Zoosprecherin auf Volksstimme-Nachfrage. Dafür wird der Kleine von seine rMutter getrennt. Am Montagmorgen hatte der Nachwuchs – nach anfänglichen Schwierigkeiten – so richtig Durst und nuckelte prompt einen Liter weg. Ein gutes Zeichen.

Giraffe bleibt mit Baby im Haus

Tagsüber bleiben Shani und ihr noch namenloses Jungtier gemeinsam im Giraffenhaus, allerdings unter ständiger Beobachtung. Shani soll den Kleinen schon ein paar Mal ein wenig geschubst haben. Nachts werden die beiden zur Sicherheit getrennt.

Das Giraffenhaus bleibt vorerst für Besucher geschlossen. Zahra, Mitbewohnerin im Giraffenhaus, kann aber tagsüber auf der Außenanlage beobachtet werden.

Die Geburt des Kleinen ist ein vorläufiges glückliches Ende einer traurigen Ereigniskette. Am 24. Mai 2019 hatte Femke, Mutter von Shani, eine Totgeburt. Nur wenige Stunden später starb Femke selbst. Sie hatte bei der Geburt ihres kleinen Bullen einen Riss in der Gebärmutter erlitten und verblutete innerlich.

Giraffenbaby war Überraschung

Dann die Überraschung. Während des Johannes-Oerding-Konzerts am Sonnabend im Zoo brachte die sechsjährige Shani, unbemerkt von Pflegern, einen Bullen zur Welt. Der Tierarzt war bei einem Rundgang gegen 22.30 Uhr auf den Kleinen aufmerksam geworden.

Er wurde auf der Außenanlage geboren, nahe dem Giraffenhaus. Hier lag kein Stroh, welches das Jungtier hätte weich auffangen können. Dennoch ging alles gut. Zoochef Kai Perret sagte dazu: „Daran sieht man, dass die Tiere die Hilfe von uns Menschen gar nicht brauchen, sondern selbst prima zurechtkommen.“ Auch die Nachgeburt sei problemlos abgelaufen.

Übrigens: Shani ist keine Inzucht, wie manch ein Zoobesucher befürchtet. Mutter von Shani war Femke, Vater der ebenfalls schon verstorbene Dirk. Der Vater des Kleinen von Shani wiederum ist Yoda, der ebenfalls schon tot ist.

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