Magdeburg l Zurück auf Anfang, heißt es im Zoo Magdeburg bei der Suche nach einer neuen Bleibe für Tiger Stormi. Eigentlich sollte die über einjährige Tigerdame schon im Sommer in einen britischen Zoo umziehen, alles schien geklärt. Aber am Ende wurden sich Magdeburgs Zoochef Dr. Kai Perret und der englische Zoo doch nicht einig. Der Deal ist geplatzt.

Konkret geht es laut dem Magdeburger Zoochef um Tests, die er ablehnt – aus Tierschutzgründen, wie er auf Nachfrage der Volksstimme erklärt.

Stormi geimpft, Perret lehnt Tests ab

Perret sagt: „Unsere Tiger sind alle – genau wie Hauskatzen – nachweislich gegen alle möglichen Krankheiten wie Katzenseuche oder Tollwut geimpft. Der englische Zoo verlangte jedoch trotzdem Tests, die beweisen sollen, dass Stormi gegen genau diese Krankheiten immun ist. Dafür müssten wir den Tiger aber narkotisieren.“ Und das widerspreche dem Tierschutzgesetz.

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Perret weiter: "Ein Tier, das nachweislich geimpft ist, werde ich nicht für einen Test in Narkose legen lassen."

Narkose für Bluttest notwendig

Eine Narkose wäre notwendig, um Stormi Blut für die zusätzlich geforderten Tests abnehmen zu können. Doch die Narkose birgt immer ein Risiko. Darauf will Perret verzichten, ist er sich mit seinem Tierarzt einig. Schließlich seien diese Tests wegen der Impfungen schlichtweg obsolet.

Von Amts wegen seien aber alle notwendigen veterinärmedizinischen Anforderungen für einen Umzug erfüllt gewesen.

Zoo Magdeburg wartet auf neue Empfehlung

Jetzt wartet der Zoo Magdeburg auf eine neue Empfehlung für ein neues Zuhause für Stormi. Diese muss die Koordinatorin des Erhaltungszuchtprogramms aussprechen.

Ein anderer englischer Zoo hatte laut Perret einst ebenfalls Interesse an Stormi bekundet. Doch dieser Zoo sei von der Koordinatorin abgelehnt worden.

Stormi kann nicht in Magdeburg bleiben

Im Zoo Magdeburg kann Stormi nicht bleiben. Das Gehege wird für einen ausgewachsenen Tiger zu klein. „Es erfüllt nicht unsere Ansprüche“, so Perret. Zudem müssten weitere Sicherheitsmaßnahmen ergriffen werden.

Zurück zu ihren Eltern kann Stormi ebenso wenig. Sie ist eine Handaufzucht. Ihre Mutter würde die Tigerdame nicht neben sich akzeptieren. „Sie konnten einfach keine Mutter-Kind-Beziehung aufbauen“, erklärt Perret.

Tiger nimmt Nachwuchs nicht an

Stormi wurde am 22. Juni 2017 im Zoo Magdeburg geboren. An jenem Tag fegte ein Sturm über Magdeburg und verwüstete unter anderem das Tigergehege. Tigermutter Kimberly brachte eine Katze und einen Kater zur Welt, nahm ihren Nachwuchs jedoch nicht an. Der kleine Kater starb. Die kleine Katze überlebte. Tierpflegerin Petra Oppermann zog sie mit der Flasche groß.

Die Verteilung der sibirischen Tiger auf die Zoos wird zentral in London gemanagt.

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