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Kontroverse um Matheunterricht an Grundschulen Debatte um schriftliches Dividieren – das sagt Oschersleber Grundschulleiterin dazu

Das schriftliche Dividieren soll im Mathematikunterricht in Niedersachsen künftig anders unterrichtet werden als bisher. Ab dem Schuljahr 2026/2027 wird an Grundschulen die Methode in der jetzigen Form gestrichen. Was eine Oschersleber Grundschulleiterin dazu sagt.

Von Vivian Hömke und Anna Schwanz 02.02.2026, 06:00
In Niedersachsen sollen Grundschüler das Dividieren künftig anders lernen, nämlich mit einem sogenannten halbschriftlichen Rechenverfahren.
In Niedersachsen sollen Grundschüler das Dividieren künftig anders lernen, nämlich mit einem sogenannten halbschriftlichen Rechenverfahren. Symbolbild: picture alliance/dpa

Oschersleben - Beim schriftlichen Dividieren wird eine große Zahl Stück für Stück, von links nach rechts, durch eine andere Zahl geteilt. Dabei wird Ziffer für Ziffer der großen Zahl angeschaut und überlegt: Wie oft passt die Zahl, durch die geteilt werden soll, in diesen Teil der großen Zahl hinein? Durch diese Methode lernen Schüler, auch große Zahlen zu teilen, die sie im Kopf nicht schaffen.

In Niedersachsen wird das schriftliche Dividieren an den Grundschulen nun jedoch in der jetzigen Form gestrichen – eine Entscheidung des niedersächsischen Kultusministeriums. Ab dem Schuljahr 2026/27 sollen Grundschulkinder dort stattdessen eine halbschriftliche Methode lernen, bei der Zahlen in kleinere Schritte zerlegt werden. Das sorgt in der Öffentlichkeit für Diskussionen: Wird das Bildungsniveau nach unten korrigiert? Die Volksstimme hat Oschersleber Grundschulleiter nach ihrer Meinung gefragt.

Schriftliches Dividieren an Grundschulen in Oschersleben Teil des Lehrplans

Petra Buchholz, Schulleiterin der Oschersleber Goethe-Grundschule, sieht die Entscheidung des niedersächsischen Kultusministeriums äußerst kritisch. Sie sei dagegen, bei Schwierigkeiten in der Anwendung von Lehrinhalten, wie dem schriftlichen Dividieren, mit Vereinfachung zu reagieren. Lernen heiße auch, vor Herausforderungen zu stehen, diese anzugehen und daran zu wachsen, sagt sie.

Lernen heißt auch, Herausforderungen anzugehen und daran zu wachsen.“

Petra Buchholz

Für die Goethe-Grundschule schließt Buchholz eine Abschaffung oder Simplifizierung des schriftlichen Dividierens aus. Die Lehrkräfte hätten genügend andere Möglichkeiten, auf ihre Schüler und deren individuelle Schwierigkeiten einzugehen, bekräftigt die Schulleiterin.

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Ganz wegfallen soll das schriftliche Dividieren jedoch in Niedersachsen nicht, sondern stattdessen später eingeführt werden. „Mit dem überarbeiteten Kerncurriculum wird das Lernen der schriftlichen Division selbstverständlich nicht abgeschafft. Sie wird in der Grundschule durch das Lernen von Teilschritten angebahnt und an der weiterführenden Schule endgültig gelernt“, heißt es in einer Pressemitteilung des niedersächsischen Kultusministeriums.

Auch in Sachsen-Anhalt könnte die Rechenmethode des schriftlichen Dividierens künftig als Pflichtelement aus dem Curriculum für Grundschulen herausfallen. Das geht aus Entwürfen für eine Lehrplanreform hervor.

Auch diese Idee stößt bei der Schulleiterin der Oschersleber Goethe-Grundschule nicht auf Begeisterung. Ihrer Meinung nach gehört das Dividieren fest in den Grundschulstoff, es erst in der fünften Klasse oder sogar noch später zu lernen, halte sie für einen Fehler.