Gericht

Prozess wegen Ampfurther Drogen-Plantage zieht sich hin

Beweisaufnahme soll weitergehen / Neue Termine bis zum 25. Mai angesetzt

Von Ingmar Höfgen
Im Juni 2020 hatte die Polizei diese Cannabis-Plantage im ehemaligen Ampurther Gasthaus "Zur grünen Tanne" ausgehoben.
Im Juni 2020 hatte die Polizei diese Cannabis-Plantage im ehemaligen Ampurther Gasthaus "Zur grünen Tanne" ausgehoben. Archivfoto: Polizei

Berlin/Ampfurth. Der Strafprozess um die im vergangenen Sommer aufgeflogene Ampfurther Drogenplantage zieht sich am Landgericht Berlin weiter in die Länge. Inzwischen legte die zuständige Strafkammer Termine bis zum 25. Mai fest. Wie Gerichtssprecherin Lisa Jani auf Volksstimme-Nachfrage mitteilte, werde die Beweisaufnahme fortgesetzt. Bei der Durchsuchung des ehemaligen Gasthauses in Ampfurth hatte die Polizei im Juni 2020 nach eigenen Angaben 885 Pflanzen sichergestellt, die ein Gewicht von 32 Kilogramm gehabt haben sollen.

Vier Personen wurden damals festgenommen – drei Männer Mitte 30 aus Berlin sowie ein in der Hauptstadt arbeitender Mann Anfang 60, der im oberen Stock des früheren Wirtshauses eine Wohnung eingerichtet hatte. Ihnen wirft die Staatsanwaltschaft vor, banden- und gewerbsmäßig mit Cannabis gehandelt zu haben. Darauf steht nach dem Gesetz eine Mindeststrafe von fünf Jahren. Für die Angeklagten gilt die Unschuldsvermutung.

Vier Männer stehen unter Verdacht

Die Verlängerung des Prozesses kommt zumindest überraschend. Mitte März hatte der Vorsitzende Richter Mark Sautter noch zu verstehen gegeben, dass die Strafkammer ihr Beweisprogramm weitgehend abgearbeitet habe. Zwischenzeitlich aber hatten die Verteidiger neue Beweisanträge gestellt.

Sie hatten durch beharrliches Befragen zahlreicher verdeckter Ermittler bereits erreicht, dass das Gericht einige Ergebnisse aus nicht genehmigten Observationen für nicht verwertbar hält. Inzwischen ist über den überschaubar scheinenden Sachverhalt schon 17 Mal verhandelt worden. Am 14. Mai kommen alle Beteiligten das nächste Mal im Kriminalgericht Moabit zusammen.

Dennoch scheint das Gericht weiterhin eine Verurteilung der Angeklagten für wahrscheinlich zu halten. Es wies ihre Anträge, sie aus der Untersuchungshaft zu entlassen, zurück. Dagegen haben ihre Anwälte inzwischen Beschwerde beim Kammergericht erhoben.