Für Wohnquartier

Bäume ohne Erlaubnis gefällt

Die Bäume auf dem als Wohnquartier vorgesehenen Areal an den Osterburger Werderwiesen sind ohne Genehmigung gefällt worden.

Von Von Karina Hoppe

Osterburg l Die Bäume auf dem als neues Wohnquartier vorgesehenen Areal an den Osterburger Werderwiesen sind ohne Genehmigung gefällt worden. Darüber informiert Bauamtsleiter Matthias Köberle auf Nachfrage der Volksstimme. Wie Investor Matthias Lenz mitteilt, seien er und sein Geschäftspartner Glen Maurer davon ausgegangen, „dass der Bereich nicht der Baumschutzsatzung unterliegt“. Bei der Stadt angezeigt im Sinne von angemeldet hätten beide das Vorhaben, was Köberle bestätigt.

Es handelt sich um elf Bäume und einige große Hecken. Stadt, Investoren und Kritiker des Vorhabens kamen bereits vor Ort zusammen, gingen das Areal ab. „Dabei zeigten alle Gesprächsbereitschaft“, betont Stadtratsmitglied David Elsholz (Bündnisgrüne). Und trotzdem: „So, wie es jetzt gelaufen ist, geht es gar nicht“, sagt er. Er bezieht dies genauso auf die unerlaubten Fällungen wie auf das ganze Prozedere rund um das avisierte Wohngebiet. „Wir brauchen viel mehr Transparenz und Beteiligung bei solchen wichtigen Projekten.“ Ehe der Stadtrat einen Aufstellungsbeschluss fasst und den Investoren damit grünes Licht für ihre Planerstellung gibt, müsste allen klar sein, was genau die Investoren vorhaben. „Wir haben eine Menge Leerstand, wir brauchen nachhaltiges und sinnvolleres Wohnen, bei dem wir vorhandene Infrastrukturen nutzen“, so Elsholz.

Wie Bauamtsleiter Köberle mitteilt, sind die Investoren nun dazu verpflichtet im Rahmen des möglichen Baus – und wenn dies nicht reicht, auch darüber hinaus – Ersatzpflanzungen vorzunehmen. Indes zeigt sich Investor Matthias Lenz, zugleich Bauausschussvorsitzender des Stadtrates Osterburg, verwundert. Insofern, als der Stadtrat dem Aufstellungsbeschluss über das vormals noch größere Wohnquartier mit Anbindung über die Bismarker Straße ja bereits einmal zugestimmt hatte. Und es keine Kritik dazu gab. Diese wurde nun aber seitens einiger Anwohner und weiterer Bürger laut, da die Planer das kleiner gewordene Wohnquartier über den unausgebauten Schwarzen Weg erschließen wollen. Anwohner kamen in die Stadtratssitzung, äußerten ihre offenen Fragen, so dass der Aufstellungsbeschluss schließlich noch einmal vertagt und das Thema in die Ausschüsse verwiesen wurde.

Bürgermeister Nico Schulz (Freie Wähler) und Ortsbürgermeister Klaus-Peter Gose (parteilos) haben für Montag, 1. März, ein Gespräch mit Anwohnern einberaumt. Schulz nimmt die Befürchtungen der Anwohner ernst, betont aber auch, dass Osterburg Bauflächen benötige. Die Investoren wollen sowohl selbst als Bauherren tätig werden als auch Bauland verkaufen. Allein durch die Zeitungsartikel seien wieder Interessenten auf sie zugekommen, sagt Lenz.