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Medizinische Versorgung Hürdenreicher Sprint zur Zerbster Katharina Klinik: Von drohendem Scheitern bis zum literweisen Kaffeeverbrauch

Ein Mammutprojekt unter Zeitdruck: Wie dem Schock ein enormer Kraftakt folgte, der am Ende in der Rettung des Zerbster Krankenhauses mündete.

Von Daniela Apel 02.03.2026, 15:45
Unter dem Dach des Gesundheitszentrums Zerbst/Anhalt, einer hundertprozentigen Tochter des Landkreises Anhalt-Bitterfeld, besteht das Zerbster Krankenhaus jetzt als Katharina Klinik fort.
Unter dem Dach des Gesundheitszentrums Zerbst/Anhalt, einer hundertprozentigen Tochter des Landkreises Anhalt-Bitterfeld, besteht das Zerbster Krankenhaus jetzt als Katharina Klinik fort. Foto: Thomas Kirchner

Zerbst/Köthen - Das Zerbster Krankenhaus ist gerettet. Nach dem Rückzug des privaten Betreibers Helios ist seit 1. März der Landkreis Anhalt-Bitterfeld Träger der Klinik, die nach der berühmtesten Tochter der Stadt - Zarin Katharina die Große - benannt ist. Unter dem Dach der Gesundheitszentrums Zerbst/Anhalt gGmbH werden die Katharina Klinik und im Rahmen des MVZ die Katharina-Praxen nun als hundertprozentige Tochter des Kreises fortgeführt.

Es ist ein Erfolg, den viele Zerbster beim offiziellen Flaggenwechsel öffentlich mitfeierten. Zugleich war der Weg bis hierhin einer, der von allen, die sich für den Erhalt des Standortes einsetzten, einiges abverlangte - allen voran dem Landkreis. Denn die Zeit zwischen dem Eingeständnis von Helios Mitte Oktober, die Klinik zum 19. Dezember 2025 schließen zu wollen, bis zur Rückführung in kommunale Trägerschaft war mehr als knapp bemessen.

Landrat krempelt seinen Terminkalender für den Erhalt der Zerbster Klinik völlig um

Die Übernahme des Zerbster Krankenhauses war ein wahres Mammutprojekt - eines, das man normalerweise als Marathon bestreiten würde, das unsere Verwaltung aber als Sprint absolvieren musste“, heißt es auf der Facebook-Seite des Kreises. Dabei drohte das Projekt mindestens fünfmal aus unterschiedlichen Gründen zu scheitern, wie sich nachlesen lässt. Demnach nahm Landrat Andy Grabner (CDU) an 66 Beratungsterminen teil, wofür 90 bereits vereinbarte Termine abgesagt beziehungsweise verschoben wurden. Zudem landeten mehr als 470 E-Mails zum Thema in seinem Postfach.

Überstunden im dreistelligen Bereich wurden von Verwaltungsmitarbeitern geleistet und über 130 Liter Kaffee von allen Beteiligten in 139 Tagen in den Beratungen getrunken, bis das erhoffte Ziel tatsächlich erreicht wurde: Ab sofort werden Patienten im Katharina-Krankenhaus und den angeschlossenen Praxen behandelt.